dahblog.arthistoricum.net

Tagungsbericht: Art History in Quarantine

Von Ecuador bis Berlin, von der kalifornischen Westküste bis in ein kleines Schweizer Dorf, von Erlangen bis New York City haben sich WissenschaftlerInnen für "Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures" durch Videokonferenz-Software verbunden. Die internationalen RednerInnen meldeten sich in ihren Räumen teils aus strenger Quarantine. Über 300 Interessierte kamen zusammen, verbrachten 3,5 Stunden im wissenschaftlichen Austausch.

Abb. 1: Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures", 10.4.2020, Sprecher*innen (zoom-Videokonferenz, Die ersten Minuten online, Screenshot)
Abb. 1: Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures", 10.4.2020, Sprecher*innen (zoom-Videokonferenz, Die ersten Minuten online, Screenshot)

Zu den Highlights gehörten: Paul Jaskot (Duke University) liefert eine Kritik der Visualisierungspraktiken und -szenarien der Coronakrisen-Bildermacher. Infographiken und -diagramme zum Seuchenverlauf stehen bildwissenschaftlich zum Disput. Jaskot analysiert das Material auch im internationalen Vergleich (Abb. 3), zielt auf den jeweiligen Aufweis des Tendenziösen im objektiv auftretenden Genre der Informationsvisualisierung. Man könnte sagen: Die Bildwissenschaft war zur Stelle, als man sie brauchte. Der Beitrag genoss längeren Widerhall.

Abb. 2: Vortrag Paul B. Jaskot, "Digital Art History in a Time of Barbarism: The Iconography of COVID-19", Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Futures, Digital Transformations", 10.4.2020 (zoom-Videokonferenz, Screenshot)
Abb. 2: Vortrag Paul B. Jaskot, "Digital Art History in a Time of Barbarism: The Iconography of COVID-19", Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Futures, Digital Transformations", 10.4.2020 (zoom-Videokonferenz, Screenshot)
Abb. 3: Vortrag Paul B. Jaskot, "Digital Art History in a Time of Barbarism: The Iconography of COVID-19", Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Futures, Digital Transformations", 10.4.2020 (zoom-Videokonferenz, Screenshot)
Abb. 3: Vortrag Paul B. Jaskot, "Digital Art History in a Time of Barbarism: The Iconography of COVID-19", Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Futures, Digital Transformations", 10.4.2020 (zoom-Videokonferenz, Screenshot)
Abb. 4: Vortrag Paul B. Jaskot, "Digital Art History in a Time of Barbarism: The Iconography of COVID-19", Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Futures, Digital Transformations", 10.4.2020 (zoom-Videokonferenz, Screenshot)
Abb. 4: Vortrag Paul B. Jaskot, "Digital Art History in a Time of Barbarism: The Iconography of COVID-19", Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Futures, Digital Transformations", 10.4.2020 (zoom-Videokonferenz, Screenshot)


Keith Harings Kampfansage "Together we can stop AIDS" ("Todos juntos podemos parar el sida", Wandmalerei, Barcelona, 1989, heute: Museu d´Art Contemporani de Barcelona), ursprünglich Kunst im öffentlichen Raum, erzeugte, 31 Jahre nach der Entstehung, wiederum Echo, nun im virtuellen öffentlichen Raum, technologisch rekonstruiert von Justin Underhill (University of California, Berkeley; siehe Abb. 6, Sketchfab: https://sketchfab.com/artdotrip). Die rotfigurige Demonstration (siehe Abb. 5) menschlicher Entschlossenheit, Einheit, Hilflosigkeit und Tatkraft im Angesicht der, von Haring metaphorisch als mächtiges Schlangenungeheuer dargestellten, von Mensch zu Mensch übertragbaren, todbringenden Krankheit, begleitete die Teilnehmer noch in Gedanken - in Kalifornien in den Tag, in Berlin in den Abend.

Abb. 5: Vortrag Justin Underhill, "Embodying an Epidemic (again)", Konferenz Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures, 10.4.2020, Ausschnitt: Keith Haring, "Together we can stop AIDS" (zoom-Videokonferenz, Screenshot)
Abb. 5: Vortrag Justin Underhill, "Embodying an Epidemic (again)", Konferenz Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures, 10.4.2020, Ausschnitt: Keith Haring, "Together we can stop AIDS" (zoom-Videokonferenz, Screenshot)
Abb. 6: Vortrag Justin Underhill @artdotrip, "Embracing an Epidemic (again)", Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures", 10.4.2020 (zoom-Videokonferenz, Screenshot), Click ins Bild -> Link zu Sketchfab https://sketchfab.com/artdotrip
Abb. 6: Vortrag Justin Underhill @artdotrip, "Embracing an Epidemic (again)", Konferenz "Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures", 10.4.2020 (zoom-Videokonferenz, Screenshot), Click ins Bild -> Link zu Sketchfab https://sketchfab.com/artdotrip

Die Organisation lag in den Händen der Herausgeber des International Journal for Digital Art History, Harald Klinke, Liska Surkemper und Justin Underhill. Einzelne Aspekte der Diskussionen sind auch im Nachhinein noch über den Twitter-Hashtag #AHinQuarantine einzusehen. Auch Links zu einzelnen Präsentationen und Foliensätzen wurden online geteilt, so zum Beitrag von Peter Bell und Jacqueline Klusik-Eckert (beide Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) vom Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte zum Thema "Building a Support Group for Digital Teaching".

Die Konferenz hat weit über 300 Interessierte erreicht und verlief kurzweilig. Es wird nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein. 3,5 Stunden verbrachten die Personen, vereint im Boot der Pandemie, in wissenschaftlichem Austausch.

0 Kommentar(e)

Kommentar

Kontakt

Kommentar

Absenden

dahblog.arthistoricum.net und Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte

Die Digitale Kunstgeschichte bloggt ab sofort unter dahblog.arthistoricum.net.
Hier kommen Sie zurück zum Netzwerk des Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte.