dahblog.arthistoricum.net http://dahblog.arthistoricum.net/feed/ Der DAH-Blog von arthistoricum.net de-DE TYPO3 News Wed, 17 Aug 2022 00:02:07 +0200 Wed, 17 Aug 2022 00:02:07 +0200 TYPO3 EXT:news news-14393 Thu, 21 Oct 2021 20:21:00 +0200 Konferenz »Kunstwissenschaften und Wikipedia«, 11.–13. November 2021 /beitrag/2021/10/21/diskussion-studientag-klick-kooperation-kompetenz-sichtbarkeit-kunstwissenschaften-und-wikipedia-11-13-november-2021

Klick! Kooperation, Kompetenz, Sichtbarkeit

Kunstwissenschaften und Wikipedia

Diskussion + Werkstatt

Programm

Donnerstag, 11. November 2021

18.00 – 19.30 Diskussion: Kooperation, Kompetenz, Sichtbarkeit. 

Kunstwissenschaften und Wikipedia

Diskutant:innen

Holger Plickert (Wikimedia Deutschland), Julius Redzinski (Wikipedianer + Kunsthistoriker), Heidrun Rosenberg (Kunsthistorikerin, VOEKK), Brigitte Sölch (Kunsthistorikerin, Universität Heidelberg)
Moderation
Andreas Huth und Yvonne Schweizer

 

Freitag, 12. November 2021

14.15 Begrüßung
Waltraud v. Pippich


14.30 – 16.00 Labor 1: Monografische Wikipedia-Artikel zu Kunstwerken

Julius Redzinski und Anja Schürmann 


16.00 – 16.30 Pause

 

16.30 – 18.00 Labor 2: Wikipedia und Lehre 

Andreas Huth und NN (Wikimedia Deutschland)

 

Samstag, 13. November 2021

9.15 Begrüßung + Resümee des Vortags
Waltraud v. Pippich


9.30 – 11.00 Labor 3: Wikipedia und die Bilderfrage visualisieren, 

kategorisieren, analysieren

Martin Bredenbeck und Raimond Spekking
 

11.00 – 11.30 Pause

 

11.30 – 13.00 Labor 4: Leerstellen. Kunsthistorikerinnen und Künstlerinnen in 

der Wikipedia 

Maria Merseburger, Heidrun Rosenberg und NN (AG Kunsthistorikerinnen vor 1970)

 

13.15 – 14.00 Abschlussdiskussion

Moderation: Henrike Haug und Anika Reineke
 

Zugangslink

Die Veranstaltung findet online via Zoom statt; eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Zugangs-Link
Meeting-ID: 682 9873 9667 Kenncode: 369966

Konferenz-Hashtag #kuwiki2021


 

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news-14147 Tue, 05 Oct 2021 09:17:07 +0200 Nullmuseum /beitrag/2021/10/05/nullmuseum

>> Nullmuseum <<  
als Begriff sagt heute jeder/jedem etwas – in Zeiten des geschlossenen Öffentlichen im allgemeinen Lockdown der Pandemie gab es null Museen für alle. Nullmuseum, so lautet der Name eines neuen Blogs von Lukas Fuchsgruber (Twitter @feedgruber). Die Beiträge entstehen im Zusammenhang mit Fuchsgrubers Arbeit zu sozialen Aspekten der Digitalisierung in Museen, im Rahmen von Museums and Society – Mapping the Social (Twitter @society_museums), einem gemeinsamen Projekt von Universitäten und Museen in Berlin.

// Nullmuseum Artikel (u.a.)
Digitaler Museumsbesuch als Methode: Virtual Visits beim vDHd2021 25.3.2021 https://nullmuseum.hypotheses.org/32 
SCRATCHARCH-Scanner und Opferschicht https://nullmuseum.hypotheses.org/45 
Software Prototyp: cooArchi – community oriented archive interface https://nullmuseum.hypotheses.org/59 
Kollektives Schreiben von vernetzten Daten mit cooArchi (community oriented archive interface) https://nullmuseum.hypotheses.org/70 

 

// Nullmuseum Videos (u.a.)
Wie können wir das digitale Museum aufhalten? https://nullmuseum.hypotheses.org/19 
Panel „Urbane Praxis: Who Cares?“. 19.8. Freiraumkonferenz https://nullmuseum.hypotheses.org/54 
Was ist cooArchi? https://nullmuseum.hypotheses.org/68 

Nullmuseum ist eine Anlaufstelle für an der Schnittstelle von Museum und Digitalisierung Interessierte. Viel Erfolg für die Forschung und Unternehmung und Ihnen als Leser*innen und Adressat*innen der Filme eine anregende Lektüre und informative Videoschau!


 

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news-14119 Sat, 02 Oct 2021 08:52:25 +0200 Calaios startet /beitrag/2021/10/02/caleios-startet

Mit Calaios geht eine Plattform für Online-Führungen, Vorträge und Veranstaltungen an den Start. Der Macher ist Holger Simon, ein Urgestein der digitalen Kunstgeschichte. Simons Konzepte zu Wissenstransfer in die Gesellschaft und digitaler Transformation liessen nicht zuletzt die Gesellschaft für Informatik diesen Vordenker mit dem Geist des Entrepreneurs zu einem der "Digitalen Köpfe" Deutschlands küren. Nun wird länder- und sprachenübergreifend ein Marktplatz für freiberufliche Kunst- und Kulturvermittlung ins Leben gerufen. Der Start ist im November 2021.

Neuigkeiten und sämtliche Informationen werden bei calaios.eu veröffentlicht.

Kontakt und weitere Informationen: 
Website https://calaios.eu 
Newsletter bei calaios.eu
Twitter @calaios_eu 
Instagram https://www.instagram.com/calaios.eu/ 
Facebook https://www.facebook.com/calaios/



 

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news-14062 Sat, 25 Sep 2021 20:23:11 +0200 20 Jahre Prometheus: Tagung am 1.–2.10.2021 & Software bei Github /beitrag/2021/09/25/20-jahre-prometheus-tagung-4-d-anmeldung-bis-zum-279

Prometheus, das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung und Lehre, wird 20 Jahre alt. Wir gratulieren!

Wer hat noch nicht in dieser etablierten Bilddatenbank nach Bildreproduktionen gesucht, auf der Prometheus Website gestöbert oder sich einfach über den schwarz-orangen Auftritt der Webpräsenz der kultigen Datenbank gefreut. Das ganze ist eine Erfolgsgeschichte aus Köln. Lisa Dieckmann steht Prometheus vor. Pünktlich zum Jubiläum veröffentlicht das Bildarchiv nun seine Software. Mehr dazu lesen Sie im Prometheus-Blog, im Beitrag Softwareentwicklung und Github vom 24. September 2021. Ein beachtlicher Schritt in Richtung Open Source.

Prometheus bei github: https://github.com/prometheus-ev/prometheus 

Wer an der Jubiläumstagung 4D – Dimensionen – Disziplinen – Digitalität – Daten ("Danke, Datenbank!" möchte man beherzt hinzufügen) teilnehmen möchte, kann sich noch bis 27. September 2021 anmelden (zur Anmeldung). Die Tagung zum 20. Jubiläum von Prometheus findet am 1. und 2. Oktober 2021 virtuell statt. Das Programm kann sich sehen lassen. Grund, zu feiern, zusammenzukommen und zu reflektieren gibt es allemal. Man sieht sich!

Twitter Konferenz-Hashtag #20prom2021
Twitter @prometheus_eV

 

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news-13880 Tue, 14 Sep 2021 10:08:00 +0200 vDHd 2021 Experimente, Eventtage #2, 15.-17.9.2021 /beitrag/2021/09/14/3d-akademie-veranstaltung-am-1592021

Die Experimente der vDHd gehen in die finale Runde. Die vDHd 2021 “Experimente” veranstaltet von 15. bis 17. September ihre zweiten Eventtage mit Workshops, Panels, Vorträgen und Abendprogramm. Disziplinär unterschiedlich ausgerichtete, mehrteilige Workshop-Reihen der vDHd gehen während den Eventtagen in die Zielgerade und laden das Konferenzpublikum nochmals in den jeweiligen Abschlusssitzungen zur Diskussion und Reflexion. 

Zum Programm


Am Eröffnungstag, Mittwoch, den 15.9.2021, findet eine Auftaktveranstaltung, 9.00–10.00 Uhr, statt mit Vorstellungen der Events, die ohne vorherige Anmeldung auch spontan besucht werden können. Am selben Tag, 15.9., wird der 1. Deep-Learning-Stammtisch organisiert von Gernot Howanitz (Universität Innsbruck) und Erik Radisch (Sächsische Akademie der Wissenschaften Leipzig), 16.00–17.00 Uhr. Die Keynote Let´s do it! Experimente in den (digitalen) Geisteswissenschaften von Mareike Schumacher (TU Darmstadt) wird am Abend des Eröffnungstags, 15.9., ab 18 Uhr c.t. veranstaltet. Mit dem DH Pub Quiz, einer Idee von Manuel Burghardt aus den ersten Eventtagen, klingt der erste Tag aus.

 

Zu den Veranstaltungen der Eventtage gehören: Die Ergebnisse des experimentellen digitalen Brainstormings Gedankenexperiment. Ein ideales Online-Portal für die jüdische Geschichte werden in einem Panel diskutiert, 15.9., 10.00–12.00 Uhr, Panel mit Kerstin von der Krone (Universität Frankfurt), Harald Lordick (Salomon Ludwig Steinheim Institut Essen), Sabine Moller, Daniel Stoekl Ben Esra (Ecole Pratique des Hautes Etudes, Université PSL) und Gerben Zaagsma (Universität Göttingen, Universität Luxemburg), organisiert von Anna Menny (Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg), Miriam Rürup und Daniel Burckhardt (beide Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam). Der Workshop Historische Ortsdaten modellieren und visualisieren – experimentelle Zugänge zu Raumkonzepten und Mobilität wird im Projekt DigiKar veranstaltet von Monika Barget (IEG Mainz), Falk Bretschneider (EHESS Paris), Ingo Frank (IOS Regensburg) und Jana Moser (IfL Leipzig), 16.9., 11.00–14.00 Uhr. 

 

Thematisch unterschiedlich ausgerichtete Workshops zur Präsentation und experimentellen Exploration des Handschriftenportals (Oberfläche, Daten und Schnittstellen für handschriftenbezogene Information) bieten täglich, einstündig, von 15. bis 17.9., Thorsten Schassan (HAB Wolfenbüttel), Leander Seige und Carolin Hahn an.

 

Während den Eventtagen steigt auch das Projekt-, Games- und Media-Showcase-Event DH Showreel des Instituts für Digital Humanities der Universität zu Köln, die Veranstaltung wird organisiert von Jürgen Hermes, Øyvind Eide, Nils Reiter, Börge Kiss, Susanne Kurz und Jan Wieners (Universität zu Köln) am 16.9., 15.00–17.00 Uhr. Jan Horstmann (Universität Münster) und Rabea Kleymann (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin) laden zur Veranstaltung Hacker*innenangriff auf Goethe? Experimente mit Goethetexten und Annotationsdaten von Entsagung und Ironie, 16.9., 10.00–12.00 Uhr. Gespannt sein dürfen Sie auf die Abendveranstaltung Pecha Kucha Night: Nur ein Narr macht keine Experimente, 16.9., ab 18 Uhr c.t., mit Swantje Dogunke (ThULB Jena), Franziska Klemstein (Universität Weimar) Martin Prell (Goethe- und Schiller-Archiv Weimar) und Daniel Haas (Universität Erfurt).

 

Zu Workshop-Reihen, die während den ersten Eventtagen der vDHd im März 2021 gestartet sind und nun ihre finalen Abschlusssitzungen veranstalten, gehören: Strukturen, Begriffe und Empowerment in den DH, mit Stefan Karcher (Universität Heidelberg), Sarah Lang (Universität Graz), Rabea Kleymann (ZfL Berlin), Jonathan Geiger (AdWL Mainz) und Lisa Kolodzie, am 17.9., 13.00-15.00 Uhr. So präsentiert auch die DHd-AG OCR ihre Forschung nach einer Workshop-Reihe von vier stattgefundenen Sitzungen nunmehr im Rahmen der zweistündigen Abschlussveranstaltung zu Vom Bild zum Text – praktische OCR für die DH am 15.9. von 14.00–16.00 Uhr, mit Konstantin Baierer, Elisabeth Engl (HAB Wolfenbüttel), Christian Reul und Andreas Büttner (beide Universität Würzburg). 

 

Die Virtuelle Akademie zur digitalen 3D-Rekonstruktion mit Sander Münster, Piotr Kuroczyński, Katrin Fritsche und Malu Dänzer Barbosa (Universität Jena) veranstaltet ihre finale Sitzung am 16.9., 14.00–15.00 Uhr. Das Team von Unfrequently asked Questions. Eine Interviewreihe zu Projektmanagement in den Digital Humanities versammelt sich mit Fabian Cremer (IEG Mainz), Swantje Dogunke (ThULB Jena) und Thorsten Wübbena (IEG Mainz) am 15.9., 14.00–16.00 Uhr, zur finalen Sitzung. 

 

Neben dem Call for Participations schrieb die vDHd 2021 “Experimente” den Call for Publications aus. Die Veröffentlichungen zu Fabrikation von Erkenntis. Experimente in den Digital Humanities werden herausgegeben von Manuel Burghardt, Lisa Dieckmann, Timo Steyer, Peer Trilcke, Niels-Oliver Walkowski, Joëlle Weis und Ulrike Wuttke, am Eröffnungstag der Eventtage erscheint mit “The Sensitivity Topic Coherence Measurement to Out-of-Vocabulary Terms” von Keli Du und Steffen Pielström die vierte Veröffentlichung der Reihe.

 

Kommen Sie zahlreich! Der Zugangslink zu sämtlichen zentralen Veranstaltungen der vDHd ist derselbe und steht im Tagungs-Pass. Der Tagungs-Pass ist im virtuellen Tagungsbüro bei Discord und auf Anfrage an vdhd2021(at)dig-hum.de erhältlich. 
 

 

E-Mail: vdhd2021@dig-hum.de

Website: http://vdhd2021.hypotheses.org

Twitter: @vDHd2021#vDHd2021

Tagungsbüro: https://discord.com/invite/xr87feF4Hc

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news-13669 Tue, 27 Jul 2021 17:21:08 +0200 iART. Ein interaktives Analyse- und Retrieval-Tool zur Unterstützung von bildorientierten Forschungsprozessen /beitrag/2021/07/27/iart-ein-interaktives-analyse-und-retrieval-tool-zur-unterstuetzung-von-bildorientierten-forschungsprozessen Mit iART ist ein neuartiges Tool zur Bildsuche entstanden, das auf ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes Projekt zurückgeht. Verantwortlich hierfür waren Informatiker und Kunsthistoriker der Universitäten Hannover, Paderborn und München, programmiert haben es Matthias Springstein, Javad Rahmana und Stefanie Schneider. „Neuartig“ nenne ich es deswegen, weil es nicht mehr (oder nur noch indirekt) wie traditionelle Suchmaschinen nach Metadaten sucht, die vom Menschen eingegeben wurden. Stattdessen adressiert es die Bilder selber. Was heißt „nicht mehr (oder nur noch indirekt)“?

iART basiert neben spezifisch kunsthistorischen Quellen auf dem von der amerikanischen OpenAI-Initiative erzeugten neuronalen Netzwerk CLIP, in dem 30 Millionen Text-Bild-Kombinationen verwendet wurden, um ein Bilderkennungssystem zu trainieren. Es handelt sich also um eine Künstliche Intelligenz, die hier eingesetzt wird, eine KI, die mit englischen Begriffen gefüttert wurde, weswegen das System z.Z. mit englischen Eingaben zu verwenden ist, die aber in einem späteren Projektstadium durch alternativsprachliche Optionen ergänzt werden. Zusammen mit allen möglichen anderen Faktoren gehen diese Trainingsdaten in sogenannte Embeddings ein, auf deren Basis die Suche erfolgt. Es entsteht dadurch eine Suchmaschine, die zwar auf textlichen Metadaten aufsetzt, aber nicht unmittelbar nach diesen sucht.

Die Ergebnisse sind vor allem dort interessant, wo man unscharfe Suchen anstellt, das Material von z. Z. ca. einer Millionen Bildern also exploriert und weniger mit präzisen Benennungen eines oder mehrere Objekte aus dem Bestand herausfiltert. „Victims of a mortal disease“ etwa liefert mir Dutzende von Krankenbettszenen quer durch die profane und christliche Ikonographie. Noch wichtiger ist, dass man auch mit Bildern nach Bildern suchen, also den Bestand auf der Basis eines bestimmten Werkes nach einem diesem ähnlichen durchforsten kann. Beispielsweise nehme ich van Goghs „Kartoffelesser“ zum Ausgangspunkt, und das System gibt alle möglichen bäuerlichen Mahlzeiten aus, die dem nordeuropäisch-niederländischen Bereich entstammen - zudem die Abwandlungen des van Goghschen Bildes selber. Das Gelieferte (worunter sich auch eine Menge Blödsinn befindet, oder sagen wir vorsichtiger: Ergebnisse, deren Sinn sich nicht unmittelbar erschließt) muss mehr noch als üblich als Angebot verstanden werden, aus dem Forscher*in dann das auswählt, was passt. Hinzu kommen Clusterungs- und Facettierungsmöglichkeiten, die eine stärkere Fokussierung der Suchergebnisse ermöglichen.

Wichtig für die Benutzung dürfte zudem sein, dass jeder Nutzer*in eigene Werke hochladen und analysieren lassen kann. Urheberrechtlich ist das inzwischen übrigens problemlos. Solange ein forscherisches Interesse besteht – was wir über eine Registrierung absichern – erlaubt das neue Urheberrechtsgesetz (§60d) genau diese Massendatenanalysen, die in iART im Zentrum des Interesses stehen.

 

Wir freuen uns über alle, die das System ausprobieren und dann vielleicht auch noch über Twitter (#iart) kommentieren.

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news-13525 Thu, 08 Jul 2021 12:48:10 +0200 CfP: Kulturen des digitalen Gedächtnisses - DHd 2022 /beitrag/2021/07/08/cfp-kulturen-des-digitalen-gedaechtnisses-dhd-2022

Hier finden Sie den Call for Papers für die 8. Jahrestagung des Verbands der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum. Zum Thema "Kulturen des digitalen Gedächtnisses" wird die Konferenz an der Universität Potsdam und der Fachhochschule Potsdam vom 7. bis 11. März 2022 stattfinden. Die Frist für Einreichungen endet in einer Woche am 15.07.2021.

Nach sieben Jahren befördert die Tagung nun mit dem Thema "Kulturen des digitalen Gedächtnisses" eine Phase der Reflexion zu Praktiken und Theorien des Bewahrens, Erhaltens, Archivierens, - auch: des Erinnerns im Virtuellen. Für KunsthistorikerInnen, die wir das Museum, das Archiv, die Bibliothek und auch den öffentlichen Raum als Orte frequentieren, an denen Gegenstände für Forschung, Lehre, Vermittlung existieren, sich tradieren und für die Zukunft zu bewahren sind, eröffnet das Tagungsthema die Gelegenheit zur Teilnahme an einer Debatte, für die die Expertise der KunsthistorikerInnen gefragt ist.

KunsthistorikerInnen an Museen, Galerien, Universitäten, etc. mögen sich mit einem Vorschlag für einen Vortrag, ein Panel, ein Poster oder einen Workshop für die Jahrestagung des Verbands der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum bewerben. Die Modalitäten werden auf der Website der Tagung erklärt. Die Expertise der Kunstgeschichte ist gefragt.

"Digitaler Denkmalschutz", "Museologie im Virtuellen", Potentiale des Digitalen für die Provenienzforschung, u.v.w.m. sind Themen, die die DHd 2022 als Ort der Debatte stärkten. Über das Tagungsthema hinaus sind, wie jedes Jahr, Proposals zu weiteren Bereichen aus dem Gebiet der digitalen Geisteswissenschaften ebenso willkommen. Haut in die Tasten - auf ein Wiedersehen in Potsdam!
 

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news-12489 Tue, 23 Mar 2021 12:33:47 +0100 Anmeldungs-Blockchain /beitrag/2021/03/23/anmeldungs-blockchain

Intermediäre unserer Zeit und unserer Zunft wären eigentlich Konferenzverwalter, Anmeldungslogistiker und Registrierungssekretariate. Wer hat Zeit für Anmeldungen und multiple Registrierungssaltos im Zeitalter der notorischen Online-Konferenz? Einige sind rein registrationsformal auf Veranstaltungen, auf denen sie dann nicht sind. Andere versäumen, was ihnen lieb ist: Die Anmeldefrist ist abgelaufen. Sie sind nicht "im Verteiler". Sie finden die neuen digitalen Kanäle des Austauschs, der Diskussion und der Information nicht.

Das mit den neuen Intermediären war freilich nicht ganz ernst gemeint. Gerade jetzt, im Zeitalter des Übergangs, will man weniger neue Intermediäre (die sich zu Riesen aufplustern, vgl. Verlage mit Monopolstellung im Gutenberg-Zeitalter, und die Akkumulation von Daten unweigerlich für sich nutzen). Es wäre an der Zeit, dass wissenschaftliche Gemeinschaften blockchain-basiert Registrierungen organisieren.

Etwa: Jede Person des NFDI-Konsortialverbunds ist automatisch für sämtliche (online-) Veranstaltungen der beteiligten Institutionen registriert. Man könnte dann auf nämlichen Veranstaltungen "einfach" "aufkreuzen". Spielen wir (neuen) Intermediären nicht in die Karten. Blockchain ahoi!



 

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news-12142 Mon, 15 Feb 2021 17:58:05 +0100 vDHd 2021 - Programm /beitrag/2021/02/15/vdhd-2021-programm

Das Programm der vDHd 2021 wurde soeben veröffentlicht: VDHD2021-PROGRAMM

Eine DH-intensive Zeit steht bevor. Auch die Kunstgeschichte ist im Programm vertreten:


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news-12027 Fri, 29 Jan 2021 16:39:00 +0100 NFDI4Culture Plenartreffen – Anmeldung /beitrag/2021/01/29/nfdi4culture-plenartreffen-anmeldung

Das einzige in der ersten Förderrunde zum Vorhaben einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) erfolgreiche geisteswissenschaftliche Konsortium NFDI4Culture veranstaltet am 4.2.2021 ein Community Plenary Meeting. Die Kunstgeschichte ist unter den Beiträgen ordentlich vertreten. Eine Anmeldung ist noch bis zum 31.1. möglich.

Dass das Ganze rein digital und vollständig im Digitalen stattfindet, wird nicht mehr eigens erwähnt. Wir befinden uns jetzt, nach bald einem Jahr der Pandemie, an einem Punkt, an dem das Treffen im Virtuellen zur Norm, die natürliche Zusammenkunft zur Ausnahme geworden ist. Unheimlich viele Neuerungen gehen mit dieser Umstellung einher. Unfassbar, was sich nivelliert, aufschlußreich, welche Hierarchien sich neu etablieren. Eine Bild-, Kommunikations- und Medienwissenschaft/-archäologie der Zukunft wird sich aus den Daten der aktuellen Zeit speisen.

Die Technologie des Digitalen spielt eine noch bis vor kurzem ungeahnte Rolle, erhält entscheidende Relevanz, entfaltet, im Eilschritt, ihre Macht. Das Forschen und die Forschung im Digitalen basieren im Wesentlichen auf digitalen Daten. Dem Auftakt zur Diskussion umfassender Standardisierungsprozesse und dem Forschungsdatenmanagement für den Bereich der Kulturdaten können Sie beiwohnen durch Ihre Teilnahme am Plenartreffen. Das NFDI4Culture Plenartreffen ist die erste öffentliche Zusammenkunft seit der Vereinsgründung von NFDI4Culture am 1.12.2020.
 

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news-11785 Mon, 21 Dec 2020 15:39:00 +0100 Call for Publications: Fabrikation von Erkenntnis. Experimente in den Digital Humanities /beitrag/2020/12/21/call-for-publications-fabrikation-von-erkenntnis-experimente-in-den-digital-humanities

Die Labor-Metapher ist in den Digital Humanities (DH) weit verbreitet (Earhart, 2015; Lane, 2016) und wird aktuell verstärkt im Kontext der wissenschaftssoziologischen “laboratory studies” in der Tradition von Karin Knorr Cetina (1991) auf vielfältige Weise diskutiert (vgl. etwa Pawlicka-Deger, 2020). Häufig betonen DH-Labore dabei den Aspekt des wissenschaftlichen Austauschs und der Kollaboration (im Sinne eines collaboratory, vgl. Siemens & Siemens, 2012), der in den interdisziplinären Konstellationen der DH geradezu genre-prägend ist. Darüber hinaus ist das Labor traditionell eng verknüpft mit der Funktion als Experimentierstätte.

In DH-Labs werden dementsprechend geistes- und kulturwissenschaftliche Daten in Experimentalsettings aufbereitet, transformiert, kodiert und mithilfe von speziellen Instrumenten und Verfahren (vgl. Hannaway, 1986: 585) – also digitalen Tools und Methoden – analysiert. Die regelmäßige Reflexion des wechselseitigen Einflusses von digitalen Methoden und bestehenden Theorien sowie auch Epistemen eröffnet im DH-Lab zusätzlich die Möglichkeit erkenntnistheoretischer Versuche. Dabei fungieren DH-Labs auch als dynamische Werkstätten des Wissens. Grundlegende Praktiken der Geisteswissenschaften entfalten im Ideen- und Schreiblabor ihre kreative Kraft: Die Dokumentation wie die Kommunikation von Forschungsprozessen und -ergebnissen können dank neuer Publikationsformate an sich schon zum Experiment und zur interdisziplinären Ideenschmiede werden.

Unter der Losung „Fabrikation von Erkenntnis: Experimente in den Digital Humanities” greift dieser Call for Publications die eingangs genannten Aspekte auf und lädt dazu ein, das experimentelle Potenzial der DH in unterschiedlichen Beitragstypen zu ergründen. Er greift mit dem Thema “Experimente” auch das Rahmenthema der vDHd2021 auf, das Alternativformat für die verschobene Jahrestagung des DHd-Verbands. Die vDHd2021 wird von der Community für die Community und mit Unterstützung des DHd e.V. organisiert. Die verschiedenen Veranstaltungen der vDHd2021 sowie auch dieser Call for Publications sollen das Warten auf die nächste DHd-Jahrestagung im Frühjahr 2022 in Potsdam verkürzen. Der Call ist zwar losgelöst von den Events der vDHd2021, möchte aber ebenso zur Sichtbarkeit aktueller DH-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum beitragen – dies auch vor dem Hintergrund des Fehlens eines Book of Abstracts für das Jahr 2021.

Insgesamt sind drei Typen von Einreichungen möglich, die im Folgenden näher erläutert werden: 

  • Langartikel zu experimentellen Methoden und Verfahren der DH
  • Daten-Experimente / Publikation von Datensätzen
  • Code-Experimente / Publikation von ausführbaren Notebooks


Für alle Beitragstypen ist zunächst ein Abstract bis zum 15. Februar 2021 bei den jeweils angegebenen Kontaktpersonen einzureichen. Die Entscheidung über die Annahme der Beiträge ergeht bis zum 15. März 2021. Die vollständigen Beiträge müssen bis zum 10. Mai 2021 eingereicht werden. Alle angenommenen Beiträge werden in einer Sonderausgabe der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (ZfdG) und auf Melusina Press im Open Access veröffentlicht. Weiterhin werden alle Beitragstypen im Rahmen eines peer review-Verfahrens begutachtet. Die Begutachtungsverfahren können sich je nach Beitragstyp ggf. unterscheiden, weitere Details hierzu folgen. Die Abstracts sowie auch die finalen Beiträge können in deutscher und englischer Sprache eingereicht werden.

(1) Langartikel zu experimentellen Methoden und Verfahren der DH

Verantwortlich: Joëlle Weis, Timo Steyer und Peer Trilcke

Wenngleich die DH wegen ihrer methodischen Ausrichtung immer zu einem bestimmten Grad experimentell sind (zumindest im Vergleich zu traditionellen geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen), so scheinen sich in den letzten Jahren doch einige Verfahren, insbesondere im Bereich der textbasierten DH, zunehmend zu etablieren. Daher sollen in diesem Beitragstyp vor allem Methoden und Verfahren angesprochen werden, die noch experimentellen Status innehaben. Gesucht werden idealerweise Einreichungen zu neuartigen Anwendungsbereichen und mit unorthodoxen Ideen. Die Beiträge können auch kritische Einblicke und Bewertungen aktueller Diskurse geben oder provokative Thesen formulieren. Willkommen sind ebenso Einreichungen zu und mit unterschiedlichen Medientypen, wie etwa Videos, Bilder, Musik, Spiele und 3D-Objekte.

Zunächst sollen Abstracts der geplanten Beiträge mit einer Länge von 500 – 1.000 Wörtern eingereicht werden. In den Abstracts soll die Fragestellung klar umrissen und der Grad der Innovativität deutlich gemacht werden. Die Langbeiträge umfassen 5.000 – 7.000 Wörter (Abbildungen und Referenzen nicht mitgerechnet).

(2) Daten-Experimente / Publikation von Datensätzen

Verantwortlich: Lisa Dieckmann und Ulrike Wuttke

Diese Beitragskategorie beschäftigt sich mit der Publikation von Datensätzen. Gesucht werden hier vor allem unkonventionelle corpora obscura. Die Datensätze sollen frei verfügbar, bspw. über ein anerkanntes institutionelles, fachliches oder generisches Forschungsdatenrepositorium veröffentlicht werden und dabei möglichst die FAIR-Prinzipien (findable, accessible, interoperable, reusable) berücksichtigen. Darüber hinaus soll ein Beitrag im Umfang von 3.000 – 5.000 Wörtern (Abbildungen und Referenzen nicht mitgerechnet) in der ZfdG publiziert werden, der die Erstellung und die Besonderheiten des Datensatzes beschreibt und methodische Anknüpfungspunkte und konkrete Forschungsfragen aufzeigt (Data Paper). Die nachfolgenden Beispiele sollen die geforderte Kombination aus Datensätzen und begleitenden Artikeln anhand bestehender dataset publications illustrieren:

·   Standardized Project Gutenberg (Text; Dataset)

·   TED Talks as Data (Text; Dataset)


Bitte reichen Sie zunächst Abstracts im Umfang von 500 – 1.000 Wörtern ein und stellen Sie dar, welche Daten Sie publizieren wollen und inwiefern diese relevant für die DH-Community sind. Gehen Sie dabei auch kurz auf die Berücksichtigung der FAIR-Prinzipien und die geplante Infrastruktur zur nachhaltigen Veröffentlichung der Daten ein, sofern es in diese Richtung bereits Überlegungen gibt. Falls der Datensatz bereits (vollständig oder in Teilen) veröffentlicht wurde, bitten wir um eine kurze Motivation der Publikation im Rahmen des geplanten Sammelbands.

(3) Code-Experimente / Publikation von ausführbaren Notebooks

Verantwortlich: Manuel Burghardt und Niels-Oliver Walkowski

Neben der Publikation von Datensätzen, ist ein weiteres Experiment dieses Sammelbands die Veröffentlichung von „executable publications“. Gesucht sind hier interaktive Jupyter Notebooks (Python und R-basiert), die, sofern möglich, zusammen mit den verwendeten Daten und einer technischen Dokumentation als Git-Repositorium eingereicht werden. Alle Notebooks haben neben den Code-Abschnitten eine klar strukturierte und verständliche textuelle Komponente. Einreichungen in dieser Kategorie werden parallel in einer ausführbaren Version bei Melusina Press und einer statischen Textversion im Umfang von 3.000 – 5.000 Wörtern (Abbildungen und Referenzen nicht mitgerechnet) in der ZfdG publiziert.

Ziel dieser Beitragskategorie ist die Verschränkung textueller Passagen mit code-basierten Explorationen innerhalb eines wissenschaftlich-narrativen Zusammenhangs. Dabei soll die häufig anzutreffende Rollenverteilung von Text als Mittel der Interpretation und Daten/Code als Ort empirischer Stringenz aufgebrochen werden. Wir gehen davon aus, dass Code genauso gut eine Theorie kommunizieren kann wie Textualität verschiedenste Formen der Evidenz zu produzieren vermag. Beiträge in dieser Kategorie sollten diesen gleichberechtigten und experimentellen Umgang mit beiden Modalitäten (und anderen, wie z. B. Bildern) ernstnehmen und entsprechend widerspiegeln. Code-Experimente können dabei ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. So kann in essayistischer Manier einer Forschungsfrage oder einem Forschungsgegenstand nachgegangen werden. Ein methodisch orientiertes executable paper wiederum kann interaktive Komponenten dazu nutzen, eine neue Forschungsmethode unter weitreichender Einbeziehung von LeserInnen zu vermitteln und durch Parametrisierbarkeit diese Komponenten umfänglich evaluierbar zu machen.

Bei Interesse an einer Einreichung dieser Art wird um eine frühzeitige Mitteilung gebeten. Weitere technische Anforderungen und formale Vorgaben werden nach Kontaktaufnahme zugesendet. Gefordert sind weiterhin Abstracts im Umfang von 500 – 1.000 Wörtern, die das Konzept und die Struktur des Notebooks erläutern. Es sollte dabei deutlich werden, inwiefern die später ausführbaren Code-Komponenten einen epistemologischen Mehrwert gegenüber einer rein textuellen Beschreibung bringen.
 

Literatur zum Call

  • Earhart, A. (2015). The digital humanities as a laboratory. MIT Press.
  • Hannaway, O. (1986). Laboratory Design and the Aim of Science: Andreas Libavius versus Tycho Brahe. In Isis – Journal of the History of Science Society 77(4), 585–610.
  • Knorr-Cetina, K. (1991). Die Fabrikation von Erkenntnis: Zur Anthropologie der Naturwissenschaft (Vol. 959). Suhrkamp.
  • Lane, R. J. (2016). The Big Humanities: Digital Humanities/Digital Laboratories. Routledge.
  • Siemens, L. & Siemens, R. (2012). Notes from the Collaboratory: An Informal Study of an Academic Lab in Transition. Book of Abstracts, DH Conference 2012, Hamburg.
  • Pawlicka-Deger, U. (2020). The Laboratory Turn: Exploring Discourses, Landscapes, and Models of Humanities Labs. In Digital Humanities Quarterly, 14(3).



     
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news-11784 Thu, 17 Dec 2020 05:47:00 +0100 Call for Partification: vDHd2021 - Experimente /beitrag/2020/12/17/call-for-partification-vdhd2021-experimente

Die 8. Jahrestagung des Verbands “Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.” in Potsdam wird auf das Jahr 2022 verschoben. Um 2021 dennoch Raum zum Austausch, Zeit für Reflexion, Vertiefung und Diskussion von Forschungsthemen zu bieten, wollen wir mit einem Alternativformat experimentieren, der vDHd2021! Das übergeordnete Thema dieser virtuellen DHd lautet “Experimente”. Die vDHd2021 wird von der Community für die Community und mit Unterstützung der DHd e.V. organisiert. Das Ziel ist, die Vielfalt der deutschsprachigen Digital Humanities durch die Nutzung experimenteller Formate ohne Furcht vor Fehlschlägen zu präsentieren und der Community zugleich die Möglichkeit geben, sich auch im nächsten Jahr zu begegnen, sich auszutauschen und zu experimentieren! An den Formaten soll man auf jeden Fall online partizipieren können, gegebenenfalls können sie aber mit Events, bei denen sich eine kleinere Gruppe auch “vor Ort” befindet, verknüpft werden.

Thema: Experimente!

Experimente sind in den Digital Humanities allein schon sprachlich allgegenwärtig. Forschungszentren bezeichnen sich selbst als Labore, es werden experimentelle Methoden entwickelt, man nähert sich Datensätzen experimentell etc. Inwieweit steckt hinter der Verwendung dieses Vokabulars, das zunächst in den Naturwissenschaften etabliert wurde, mehr als bloße Metaphorik? Erlauben Experimente Reproduzierbarkeit und Objektivität des Erkenntnisgewinns auch für die Geisteswissenschaften? Was genau sind Experimente in den Digital Humanities? Welche ethischen, technischen und prinzipiellen Grenzen haben Experimente in den Digital Humanities? Das sind nur einige Fragen zum Thema Experimente, die wir im nächsten Jahr gemeinsam diskutieren möchten. Zugleich laden wir mit der virtuellen DHd ein, experimentell an virtuelle Konferenzen heranzutreten und insbesondere neue Formate und Tools auszuprobieren, die anderen Partizipations- und Präsentationslogiken folgen.

Die Eventformate

Hinsichtlich der Formate gibt es keine strikten Vorgaben. Es können digitale Vorträge, Paneldiskussionen, Projektvorstellungen und Posterslams organisiert, Filme gezeigt, Webinare angeboten, soziale Events wie digitale Kaffeepausen und Stammtische eingerichtet und Podcasts, Grafiken oder Texte präsentiert werden. Digitale Preisausschreiben, Interviewsessions, Schnitzeljagden, Speed-Dating, Blogparaden, etc.: anything goes – solange das Event virtuell besuchbar, offen, integrativ und mit möglichst offener Lizenz versehen und nachhaltig abgelegt ist.

Anstatt eines einzelnen Events, in dem alle Formate gebündelt werden, möchten wir die Veranstaltungen wie folgt über das Jahr verteilen:

Erste Eventtage in der KW 12: 22.–26.03.2021
Zwischenevents
(möglich zwischen KW 12 und 37): hier vor allem Projektvorstellungen
Zweite Eventtage
in der KW 37: 13.-17.09.2021

Die beiden Eventwochen sollen analog zu einer Konferenzwoche in einem begrenzten Zeitrahmen von 2–3 Tagen Aktivitäten und Aufmerksamkeit bündeln. Um eine breite Partizipation zu ermöglichen, können jedoch auch darüber hinaus an anderen Terminen Zwischenevents insbesondere für Projektvorstellungen angeboten werden, die ebenfalls zur vDHd2021 dazuzählen und in das Gesamtprogramm aufgenommen werden.

Klassische Vorstellungen von Projekten oder Arbeiten werden bevorzugt in den Zwischenevents und auf dem Blog untergebracht, um während den beiden Eventwochen Raum für freiere Formate zu bieten.

Uns schwebt vor, dass die Community sich selbst organisiert und Veranstaltungsvorschläge gemeinsam eingereicht werden. Für die beiden Eventwochen sollte die Veranstaltungsdauer einzelner Events eher kurz sein (45 Minuten). Nichtsdestotrotz kann es, dem Charakter der Veranstaltung entsprechend, auch hier Ausnahmen geben – wir bitten dann um eine entsprechende Information.

Publikation

Für die wissenschaftliche Publikationsform wird es einen separaten Call for Papers geben, in dem ein Peer-Review-Prozess etabliert wird. Alle Beitragenden der vDHd2021 werden herzlich zur Beteiligung eingeladen.

Darüber hinaus kann das vDHd2021-Blog https://vdhd2021.hypotheses.org/ als Präsentationsplattform für alternative Formate, Projektvorstellungen und Berichte von den Events (Experimentbericht!) genutzt werden. Hierfür bitten wir um einen Hinweis bei der Einreichung.

Infrastruktur

Es wird keine übergreifende Videokonferenzinfrastruktur genutzt, diese muss von der Organisation eines Participants selbst gestellt werden. Bitte klären Sie Kapazitätsgrenzen, Support und Lizenzfragen vorab mit dem zuständigen Rechenzentrum. Optimal ist die Vorbereitung einer Ausweich-Lösung, falls es zu Problemen kommt. Auch die mit einer Aufzeichnung verbundenen Fragen (Technik, Rechte, Datenschutz) sollten von Ihnen geklärt werden.

Sie haben eine tolle Idee, aber es fehlt die technische Infrastruktur? Dann sollten Sie zunächst selbst nach möglichen Partner:innen suchen. Wir planen für den Anfang des Jahres eine “Speeddating”-Runde als erstes Vorevent, in der sich mögliche Gleichgesinnte ebenfalls finden können.

Einreichung der Vorschläge

Bitte senden Sie uns Ihren Vorschlag als Schreiben, Video oder Pitch und füllen das Formular aus, das die folgenden Angaben abfragt:

  • Titel, Eventformat und inhaltliche Beschreibung der vorgeschlagenen Aktivität
  • Erläuterungen zum vorgeschlagenen Format und insbesondere, inwieweit es die Community mobilisiert und partizipieren lässt
  • Angaben zur Dauer des Events und zum gewünschten Termin
  • Die präferierte Kommunikations- oder Streaming-Plattform sowie verfügbaren Support oder eventuelle Fallback-Lösungen bei Problemen
  • Nennung der beteiligten Personen und ggf. zugehörigen Einrichtung. Auch Nachwuchswissenschaftler:innen (inklusive Studierender) werden nachdrücklich zur Beteiligung aufgefordert.
  • Angabe, ob der Vorschlag weiteren Personen Raum zur Mitarbeit eröffnet


Einreichungen sollten die Länge von 500- 1000 Wörtern bzw. 5 Minuten nicht überschreiten.

Bitte informieren Sie uns, ob Sie Ihre Veranstaltung in den Eventwochen oder als Zwischenevent organisieren möchten. Das Organisationsteam wird einen thematisch sinnvollen Gesamtablauf vorschlagen, so dass es ggf. zu anderen Terminvorschlägen kommen kann.

Die primäre Sprache der Veranstaltung ist Deutsch. Vorschläge sollen in deutscher, können aber auch in englischer Sprache eingereicht werden. Die Aktivitäten selbst sollen auf Deutsch durchgeführt werden, sie können aber in begründeten Fällen auch auf Englisch oder mehrsprachig durchgeführt werden.

Auswahl der Vorschläge

Neben dem DH-Bezug, den wir als selbstverständlich voraussetzen, gehören zu den Auswahlkriterien:

  • Experimenteller Charakter: Formate, die sich deutlich vom klassischen Vortrag unterscheiden, experimentellen Charakter haben und vielleicht sogar nur online möglich sind, werden priorisiert.
  • Partizipation: Anders als bei einer klassischen Veranstaltung bietet ein virtuelles Event ganz andere Möglichkeiten zur Einbeziehung der Teilnehmer:innen. Formate, die auf aktive Partizipation setzen, werden daher bevorzugt.
  • Keine Angst vor Fehlern: Auch aus Experimenten, die scheitern, lernen wir für die Zukunft. Aus diesem Grund wird explizit dazu aufgefordert, ohne Furcht vor Fehlschlägen und innovativ zu improvisieren – und einen Plan B im Ärmel zu haben.


Wir setzen keinen klassischen wissenschaftlichen Reviewprozess um. Aus organisatorischen Gründen behalten wir uns vor, ähnlich gelagerte Formate zusammenzulegen bzw. eine Vernetzung herzustellen. Abgelehnt werden Einreichungen, die thematisch bzw. organisatorisch nicht zum Call passen oder gegen die Satzung des DHd e.V. verstoßen.

Bitte senden Sie uns Ihr Proposal über das vorbereitete Webformular. Alternative Einreichungsformate können über URL mit eingebunden werden.

Fristende des Call for Participation: 7. Januar 2021. Die Teilnehmenden werden bis Ende Januar über die Auswahl informiert.

Lust, bei der Organisation mitzumachen? Dann bitte eine Mail an vdhd2021@dig-hum.de.

Kontakt

Das Organisationsteam

Benjamin Auberer
Daniel Brenn
Manuel Burghardt
Lea Gleissner
Daniel Haas
Patrick Helling
Jürgen Hermes
Mareike König
Lisa Kolodzie
Simone Kronenwett
Waltraud von Pippich
Berenike Rensinghoff
Torsten Roeder
Mareike Schumacher
Melanie Seltmann
Timo Steyer
Peer Trilcke
Andreas Wagner
Ulrike Wuttke

Mail: vdhd2021@dig-hum.de
Blog: http://vdhd2021.hypotheses.org 
Twitter: @vDHd2021
Discord: https://discord.gg/u5hzceQ



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news-11761 Fri, 11 Dec 2020 13:07:00 +0100 Experimente /beitrag/2020/12/11/experimente

Das Experiment. Es ist nicht klar, was dabei herauskommt. Es trägt immer auch Versuchscharakter.

Das Experiment kann waghalsig sein. Einige würden es fürchten.

Ein offenes Ende kann zu ihm gehören.

Etwas Eigenartiges, Sonderbares, Unvorhersehbares kann dabei herauskommen!

Methoden können ins Wanken gebracht, hinterfragt, in die radikale Kritik getrieben werden, Irritation kann in starre Gefüge sich einfinden, das Neue bekommt eine Chance.

Durchgeführt nach exaktem Plan, sind Ergebnisse des Experiments selbst gerade nicht planbar.

Wären die Ergebnisse miteingeplant/planbar, ginge der experimentelle Charakter verloren. Es wäre kein Experiment mehr.

Das Prozesshafte ist dem Experimentellen inhärent. Wie das Forschen und die Forschung, Erkundung, Prüfung und Wahrheitsfindung, begleiten Experimente die Episteme, bringen das Starre in Fluß, öffnen zur Zukunft, treiben die Wissenschaft voran.

#vDHd2021

Zum Thema Experimente werden im Jahr 2021 Veranstaltungen im Rahmen der virtuellen vDHd 2021 stattfinden. Die Jahrestagung des Verbands der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum wurde wegen der Corona-Pandemie auf das Jahr 2022 verschoben. Es ist Zeit für das selbst experimentelle Ersatzformat einer virtuellen vDHd 2021.

Der Call for Participation zum Thema Experimente für das Alternativformat vDHd 2021 läuft noch bis zum 7.1.2021.



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news-9903 Mon, 30 Nov 2020 09:54:00 +0100 Screen + Shot /beitrag/2020/11/30/screen-shot

Der Screenshot ist ein fabelhaftes Instrument. Es ist das allzeit mögliche, computerinterne, auch nur partielle Abfotografieren des augenblicklichen Bildschirms. Er gehört zu den ersten Instrumenten, die man sich aneignen sollte im Sinne einer digitalen Propädeutik, wenn man einen neuen Computer hat.

Denn: Als Instrument der Beweissicherung kann er unschätzbaren Wert erhalten. Stößt man beispielsweise im Internet auf ein Plagiat der eigenen Schriften, wird der erste Schritt sein (nein, nicht irgendwen anrufen oder eine E-Mail schreiben): einen Screenshot der Stellen anfertigen. Die Beweissicherung ist der erste Schritt. Ist ein download des Plagiattextes möglich, wäre das natürlich die erste Wahl der Speicherung.

Als Möglichkeit punktgenauer, rasant schneller Dokumentation sollte man die zu drückenden Tasten für einen Screenshot wirklich aus dem Effeff beherrschen. Bei mir zum Beispiel ist es: 4 + cmd + shift (3 Tasten zugleich) -> Möglichkeit eines Auswahlfensters bietet sich sogleich -> das "Abgeschossene" speichert sich automatisch als png-Bilddatei auf dem Desktop/Schreibtisch. Einfach und super.

Die Auflösung ist nicht total Panne, sondern gewissermaßen geeicht dafür, an einem Computerbildschirm beschaut zu werden. Die Bildauflösung eines Screenshots beträgt automatisch 144 dpi. Das geschossene Bild kann getrost dem/der Kollegen/-in weitergeschickt werden, man kann manuell mit dem Cursor in den automatisch vergebenen Bildnamen (z.B. "Bildschirmfoto 2020-04-12 um 10.26.24") clicken und die Bilddatei umbenennen (z.B. "Marees_Orangenpfluecker_1887_Version_01").

Wer als Kunsthistoriker oder Bildwissenschaftler, der auch mit dem Computer arbeitet, den Screenshot nicht beherrscht, der gleicht dem Athleten, den die gymnastische Kniebeuge in die Bredouille bringt. Ein Feld von Möglichkeiten ergibt sich:

- Dokumentation
Während einer virtuellen Konferenz lassen sich Präsentationen der/des Kollegen/-in abfotografieren, somit sichern und für die weitere Nacharbeit bewahren. Nicht jedes Detail einer vielbeschriebenen Folie wird sich in der Eile der Zeit mitschreiben lassen.

- Merkbilder
Zugpläne, Öffnungszeiten, Landkarten, ... im fluiden digitalen Medium werden (wieder) zu starren (Merk-) Bildern - man muss nicht alles auf Papier ausdrucken, man schießt es ab -> Screenshot.

- Festhalten des Augenblicklichen
Z.B. als Kultur der ursprünglich künstlerischen Praxis des film stills: aus Film-/Videomaterial generiert der Screenshot ein Bild. Auch im strengeren Sinn des Photographischen erzeugt der Screenshot aus dem auf dem Monitor Bewegten ein (genuin digitales) Bild.

- Bildbearbeitung
Sie arbeiten z.B. an einer Skizze von Marees. Sie möchten sich auf ein Detail dieser Skizze konzentrieren, es für die Publikation extra in den Fließtext Ihres Beitrags einarbeiten. Sie möchten ein Detail einer Abbildung aus einem digitalen Archiv extrahieren -> Screenshot.

- Medienverbindung
Der genuin digitale Screenshot vermittelt mit Leichtigkeit unterschiedlichste Medien: Sie setzen z.B. den Teil einer Textseite, den Sie nochmal lesen werden, neben das Detail eines Gemäldes aus einem digitalen Bildarchiv, daneben setzen Sie den Screenshot einer Infographik aus einem Online-Vortrag - ein individueller, digitaler Leuchttisch entsteht. Auch dieser lässt sich abfotografieren: Collage der eigenen Arbeit.

Wer gute Verwendungsmöglichkeiten für Screenshots kennt oder hacks auf Lager hat, teile sie in einem Kommentar hier unter diesem Blogbeitrag.

Dass der Gute Screenshot heißt, und nicht Monitorfoto, etc., wollen wir ihm nicht verübeln. Man lasse sich davon nicht abschrecken. In der Sache ist der Screenshot das Recht zur, individuellen, Dokumentation und eine wohl beständig unterschätzte Möglichkeit.

Der Screenshot. Er ist gleichsam das Recht des Digitalbürgers, das Gesehene auch zu bewahren. Manchmal muß man recht schnell sein. Aber die Chance war gegeben. Beim nächsten Mal, fertigen Sie mal einen Screenshot an. In noch ungeahnter Stunde könnte er zum Trumpf werden.




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news-11517 Tue, 24 Nov 2020 14:00:03 +0100 Open Access? /beitrag/2020/11/24/open-access-4  Ich hatte einen kleinen Disput auf Twitter bzgl. der Definition von Open Access. Die "offizielle" Definition, auf die man mich verwies, war die von openaccessnet: "[OA] meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, sodass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken [und] in ihnen suchen [...] können [...]" Ich finde diese Definition unzureichend, weil ein ganz entscheidender Punkt fehlt.

 

Vor einigen Monaten musste ich mich für einen Vortrag mit Zeitlichkeitsstrukturen in der Malerei Adolph Menzels beschäftigen. Eigentlich etwas, was ich schon öfter gemacht hatte. Dringend notwendig war deswegen ein neuer Ansatz. Über eine google-Suche, die ich leider präzise gar nicht mehr rekonstruieren kann, bin ich bei einem grandiosen Aufsatz von Matias Martinez über  "Tücke des Objekts als negative Theodizee : Friedrich Theodor Vischer, 'Auch Einer' (1878) gelandet, der mir wie eine Offenbarung vorkam, weil er einen sehr aufschlussreichen Hinweis auf die prekäre Stellung des Menschen in Menzels Genrebildern zu liefern schien. Aber um den Inhalt soll es hier ja gar nicht gehen, sondern um die Recherche. Auf den open access vorliegenden Text von Martinez bin ich über eine gesteuerte, aber gleichzeitig diffuse Suche in der Suchmaschine gestoßen, also nicht über eine gezielte Abfrage eines Buches oder Aufsatzes. Daher würde ich sagen, dass die oben angegebene Definition von open access unbedingt zu ergänzen ist um die Feststellung, dass solche Texte über eine freie Suchmaschineneingabe aufzuspüren sein müssen, dass sie also bei den diversen Suchmaschinenbetreibern freigegeben werden müssen. Das scheint mir ein ganz essenzieller Bestandteil von dem zu sein, was unter dem Stichwort der serendipity läuft. Ich sage das nur, weil ich Verlage kenne, die ihre open access zugänglichen Texte einfach nur über ihre jeweilige Homepage annoncieren. 

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news-11078 Wed, 07 Oct 2020 17:08:29 +0200 3 Fragen an ... Harald Sack /beitrag/2020/10/07/3-fragen-an-harald-sack

1) Wie erklären Sie den Knowledge Graph für Einsteiger?

Rohe Daten an sich sind vollkommen nutzlos. Ihre eigentliche Bedeutung erschließt sich erst, sofern diese miteinander in Bezug gesetzt werden können, und zwar auf eine Weise, dass sie einen Zweck erfüllen. In und über einen Wissensgraphen können Daten, beliebige Dokumente und Wissen miteinander verknüpft werden. Die Besonderheit liegt dabei daran, dass ein Wissensgraph es ermöglicht, die Bedeutung (Semantik) der darin repräsentierten Daten explizit (über sogenannte Ontologien) zu hinterlegen. Dadurch können diese Informationen automatisch weiterverarbeitet werden. Die Datenverarbeitung wird dadurch weitaus flexibler und weniger wartungsaufwändig. Desweiteren ermöglicht die im Wissensgraphen repräsentierte explizite Semantik die Implementierung intelligenter Such- und Empfehlungssysteme. Moderne Suchmaschinen aber auch die großen Social Media Dienste oder E-Commerce Plattformen setzen heute Wissensgraphen ein, um die Suche oder das Generieren von Vorschlägen passgenau auf den Nutzer hin zu optimieren.

2) Sehen Sie bzgl. des Knowledge Graphs Spezifika für Kulturdaten?

Die Verknüpfung von Kulturdaten mit Wissensgraphen führt zu neuen Wegen der Erschließung von kulturbezogenen Informationen. Kulturdaten unterscheiden sich als Daten betrachtet kaum von anderen Daten, jedoch durch das "Kulturwissen", das mit diesen verknüpft wird. Dies ermöglicht neue Formen des Zugangs, der Analyse oder auch der Visualisierung.

3) Welche weiterführende Literatur können Sie empfehlen?

Für einen "leichtgewichtigen" Einstieg in das Thema Linked Open Data:
C. Bizer, T. Heath, T. Berners-Lee: Linked Data - the Story So Far, Int. J. Semantic Web Inf. Syst. 5 (2009): 1-22


Für den, der tiefer in die Technologie einsteigen möchte:
P. Hitzler, M. Krötsch, S. Rudolph: Foundations of Semantic Web Technologies, Chapman & Hall/CRC, 2014.





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news-10924 Sat, 19 Sep 2020 17:22:20 +0200 Research Tools, Data Services - Workshop "NFDI4Culture Explained" - Teil II /beitrag/2020/09/19/research-tools-data-services-workshop-nfdi4culture-explained-teil-ii

Software. Sie ist das Herz der Forschung in den Computational Humanities. Daten: Sie sind ihr Stoff. Gemeinsame Entwicklung von Software aber steht auf dem Programm des geisteswissenschaftlichen NFDI4Culture-Konsortiums im Projekt einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Hinzu kommen die Registrierung, Evaluierung und Zertifizierung von Software und Programmierschnittstellen. D.h., die Erfassung und Bewertung in Hinsicht einer Kultur vom Gütesiegel begleiten, ergänzen und erweitern die Entwicklungsprozesse. Auf der Agenda befinden sich beispielsweise die Erarbeitung eines Kriterienkatalogs für nachhaltige Software und die Festsetzung von Richtlinien zur kollaborativen Softwareentwicklung.  

Beteiligung der Forschungs- / Fachgemeinde

Nun kommt es ins Spiel, das Partizipative: Denn all jene Punkte begleitend und einigen Punkten strategisch vorausgeschaltet ist die Beteiligung der Forschungs- und Fachgemeinde. Entnehmen Sie eine Aufzählung von Zielen und Diensten aus dem Tätigkeitsfeld "Research Tools and Data Services" des NFDI4Culture-Konsortiums der Darstellung (Abb. 2) im Rahmen des Vortrags von Lisa Dieckmann auf dem Workshop "NFDI4Culture Explained" vom 09.09.2020 (wir haben berichtet: zum Programm der Veranstaltung, Einführung durch Torsten Schrade).

     

NFDI4Culture-Konsortium, "Research Tools, Data Services" - Ziele

Man kann die Liste (vgl. Abb. 2) ja einmal Schritt für Schritt durchgehen:
Zunächst ist zu lesen: die "Beteiligung der Community bei der Formulierung von Bedarfen". Diesen als Ziel formulierten Anspruch nennen wir getrost ein ziemliches Novum. Als "Beteiligungsstruktur" hat die nationale Forschungsdateninfrastruktur sich auch bezeichnet. So langsam sickert vielleicht durch, um was es hier gehen soll. Bei all dem wird klar: Das Ganze steht und fällt mit der Art der Beteiligung.

Die "Registrierung und Evaluation von Forschungssoftware" steht als nächster Punkt auf der Liste. Äußerst positiv einzuschätzen ist der Akzent auf der Forschung. Der Bedarf ist groß.

Nun folgt mit der "Entwicklung und Zertifizierung von Software und APIs" ein wichtiger Punkt der Auflistung: Jede/r Wissenschaftler/-in dürfte Desiderate haben. Software und Programmierschnittstellen gestalten die Forschung der Zukunft wesentlich mit. Datengetriebene Forschung bedarf nicht nur geeigneter Software, sondern Grundlagenforschung als Datenforschung generiert fortlaufend Bedürfnisse nach innovativer Software. Geeignete Software erst lässt Daten zu Forschungsgegenständen im Digitalen werden. Und geeignete Schnittstellen erst gliedern Einzelvorhaben ein in das Gemeinsame des Netzes und bilden Anknüpfungsvorlagen.

Die "niederschwellige Bereitstellung von Tools" wird zudem aufgelistet. Diese Angebote dürften die Forschungslandschaft der Zukunft in einigen Bereichen verändern.

Schließlich wird die "Unterstützung bei der nachhaltigen Softwareentwicklung" unter den Zielen des Konsortiums für die Bereiche "Research Tools, Data Services" angeführt. Die NFDI verspricht richtungsweisend zu agieren und bietet Hilfestellung für ambitionierte, am Paradigma der Nachhaltigkeit orientierte Vorhaben.

NFDI4Culture-Konsortium, "Research Tools, Data Services" - Dienste

Ein "Forum Nachhaltige Softwareentwicklung" wird aufgebaut werden (vgl. Abb. 2).

Eine "Beratungsagentur für nachhaltige Forschungssoftware" befindet sich ebenfalls im Aufbau.

Erarbeitet und zur Verfügung gestellt werden auch die schon erwähnten "Richtlinien zur kollaborativen Softwareentwicklung", auf die man besonders aus der Digital Humanities-Perspektive gespannt sein darf.

Eine "fachspezifische Tool- und Diensteregistrierung" wird möglich sein. Bei dem der (Forschungsdaten-) "Infrastruktur" ohnehin anhaftenden Metaphorischen bieten sich hier weitere Vergleiche an: "KFZ Anmeldung", "Autokennzeichen", "TÜV-Siegel", "Abgasplakette", etc. Die Vorteile

  • für die Seite der Entwickler:
    Mehrfach-, Parallelentwicklung von Software und weiterer Technologie wird durch das Schema der Registrierung seltener vorkommen. Zentrale Anlaufstelle, die gewartet wird, Übersichtlichkeit.
  • für die Seite der Anwender:
    Eine zügig aufzurufende Übersicht zu vorhandenen Tools und Diensten erleichtert den Forschungsalltag im Dschungel selbsterklärter, unregelmäßig aktualisierter Info-Plattformen, sie dürfte zugleich informativ und praktisch sein.


Schließlich werden zu den angebotenen Diensten eine "bedarfsgerechte (Weiter-) Entwicklung von Research Tools und Data Services" gehören. Berühren die Punkte der "Dienste"-Liste bislang mehr das Diskursive, die Beratung, die Erfassung, so kommt abschließend das Schöpferische zum Zug. Es entsteht Neues ("Entwicklung"). Verwaisten Halden wird im Sinne von Kollaboration und auch Effizienz im Wissenschaftlichen vorwegzugreifen gesucht ("Weiterentwicklung").

Co-Spokespersons "Research Tools, Data Services": Lisa Dieckmann (Univ. zu Köln) und Daniel Röwenstrunk (Univ. Paderborn)

Den angeführten Bereichen stehen Lisa Dieckmann (Universität zu Köln) und Daniel Röwenstrunk (Universität Paderborn) vor. Lisa Dieckmann kennt man von Prometheus - Das verteilte digitale Bildarchiv und von zahlreichen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte und dem Verband der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum, DHd-Verband. Promotion zu "Traumdramaturgie und Selbstreflexion: Bildstrategien romantischer Traumdarstellungen im Spannungsfeld zeitgenössischer Traumtheorie und Ästhetik", Cologne: MAP, 2015 (DOI: http://dx.doi.org/10.16994/bab). Mit Lisa Dieckmann repräsentiert eine Kunsthistorikerin, gemeinsam mit dem Wirtschaftsinformatiker Röwenstrunk, eine strategisch wichtige Stelle im geisteswissenschaftlichen NFDI4Culture-Vorhaben und ich möchte sagen: sein Herz. Erkennt man an die Rolle von Software und die Relevanz der Beschaffenheit von Programmierschnittstellen für das Gedeihen, die Lebendigkeit und die Exzellenz von Digital Humanities (DH)-Forschung, so wird man an dieser Stelle beipflichten. Software als Herz der DH-Forschung - die Leistungen zur Software das Herz einer Forschungsdateninfrastruktur.

Lesen Sie im nächsten Beitrag zum Workshop "NFDI4Culture Explained" zu dem Thema des sagenumwobenen Knowledge Graphs.





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news-10838 Sun, 13 Sep 2020 10:51:38 +0200 Wie war´s? - Workshop "NFDI4Culture Explained" - Teil I /beitrag/2020/09/13/wie-wars-workshop-nfdi4culture-explained-teil-i

Zur Kultur einer das Partizipative hochhaltenden, gemeinschaftlichen Unternehmung mag gehören, dass man, noch vor dem offiziellen Gründungstermin, öffentlich tagt. Im Virtuellen stellten sich am Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) Beteiligte, speziell aus dem Bereich der Kulturdaten, öffentlich der Diskussion. Für die Veranstaltung "Culture Community Workshop - NFDI4Culture Explained" kamen am 09.09.2020 etwa 150 Personen zusammen. Die Förderbewilligung für das NFDI4Culture-Konsortium steht. Der offizielle Startschuß ist der 01.10.2020. Es gibt viel zu erörtern.

Die Entwicklung einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur hängt von der Art und Qualität der Beteiligung der Forschenden ab. Den Grundsatz, dass Forschungsdaten im Digitalen gemäß sog. FAIR-Prinzipien für die Gewährleistung ihrer Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität, Wiederverwendbarkeit und für die, mit diesen Prinzipien verbundenen, gewünschten Spillover-Effekte zu publizieren seien, formulierte die OECD bereits 2007 (OECD Principles and Guidelines for Access to Research Data from Public Funding, 2007). Die Anschlußfähigkeit der Forschung zum internationalen digitalen Daten-Netzwerk wurde seither für die deutsche Seite insbesondere vom Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) wissenschaftspolitisch vorangetrieben und theoretisch begleitet (zuletzt RfII, Datendienste nachhaltig gestalten. Ein Diskussionsimpuls zur Weiterentwicklung von Forschungsdateninfrastrukturen, Göttingen 2020). Heute nimmt eine NFDI zunehmend konkrete Formen an.

Spokesman Schrade (AdWL Mainz) informierte mit folgenden Folien (Abb. 1 - Abb. 11) zu den Themenbereichen: Zusammensetzung des NFDI4Culture-Konsortiums (Abb. 2), Entwicklung im Überblick (Abb. 3), die neun Konsortien (Abb. 4), Perspektiven weiterer Konsortien ab 2021-22 (Abb. 5), Partner (Abb. 6), Tätigkeitsfelder (Abb. 7) und Möglichkeiten der Partizipation (Abb. 8-11) im NFDI4Culture-Konsortium:

   
  

NFDI4Culture im Überblick

  
 

Timeline stattgefundener Aktivitäten bis zum Beginn 01/10/2020

  
 

Die Konsortien

  
 

NFDI4Culture - Tätigkeitsfelder

  
 

NFDI4Culture - Partizipation & Angebote


Lesen Sie zu den Themen "Research Tools, Data Services, Legal Helpdesk", "Overarching Technical, Legal and Ethical Activities", dem sagenumwobenen "Knowledge Graph", "Data Capture and Enrichment of Digital Cultural Assets" und "Data Standards, Data Quality and Curation" hier im Blog in den folgenden Tagen. 

Grundlegende, laufend aktualisierte Informationen erhalten Sie über die Website des NFDI4Culture-Konsortiums.
Einige Aspekte des stattgefundenen Workshops lassen sich, auch im Nachhinein, über den Twitter-Hashtag #4CultureExplained einsehen.


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news-10746 Mon, 31 Aug 2020 15:48:20 +0200 NFDI4Culture - Virtueller Workshop #1 /beitrag/2020/08/31/nfdi4culture-virtueller-workshop-1

Das einzige in der ersten Förderrunde zum Vorhaben einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) erfolgreiche geisteswissenschaftliche Konsortium NFDI4Culture organisiert seinen ersten öffentlichen Workshop seit der Förderbewilligung. Geplant ist die Bildung von drei Gruppen, in denen jeweils spezifische Arbeitsgebiete erörtert werden. Möglichkeiten zur Beteiligung an den Vorhaben und Angeboten des NFDI4Culture-Konsortiums werden zudem von den Co-Spokespersons vorgestellt werden. Folgende drei Gruppen stellen sich gemäß Workshop-Programm der Diskussion:

1     (Collaborative) Data Enrichment (Ina Blümel, Reinhard Altenhöner)
       FAIR data for Research (Barbara Wiermann, Christian Bracht)
2     Research Tools and Data Services (Lisa Dieckmann, Daniel Röwenstrunk)
       Legal Helpdesk (Harald Sack, Franziska Boehm)
3     Data Publication and Data Availability (Maria Effinger, Jens Bove)
       Cultural Research Data Academy (CRDA) - Professionalisation, Qualification and
       Training (Malte Hagener, Andreas Münzmay)

Position, Spezifik und Ausrichtung des NFDI4Culture-Konsortiums innerhalb der gesamten neun NFDI-Konsortien einerseits und andererseits innerhalb der Kultur-Fachbereiche gilt es zudem zu erörtern. Die Situation ist die folgende:

Die Möglichkeit zum Aufbau einer gemeinsamen Infrastruktur für digitale Forschungsdaten im Konsortialverbund (lat. consortium - Gütergemeinschaft) ist der Art historisch zum ersten Mal und auf diese Weise wohl auch nicht wieder gegeben. Lassen sich die Forschung und Arbeit mit digitalen Daten, die digitalen Datenflüsse, verbundene Dienste und weitere Leistungen metaphorisch mit dem System des Straßenverkehrs gleichsetzen, so ist zu sagen:

Die Planung einer Architektur für den Verkehr, für Datenflüsse, -prozesse und -management, der Aufbau eines Verkehrsleitsystems, wird Wege, Orte, Netze an Verbindungen generieren, virtuelle Plätze, die wiederum weitere Möglichkeiten der Verbindung, des Transfers und der Interaktion eröffnen. Auch die wie bisher sich bottom up bildenden Trampelpfade, eigensinnige Anarcholösungen oder bereits etablierte Prozeduren lassen sich in eine solche architektonische Struktur integrieren. Der Aufbau der Infrastruktur und verbundener Dienste ist nicht mehr oder weniger theoretisch als Planung und Bau eines Verkehrssystems, an dessen Straßen stetig noch gebaut wird, während sie längst befahren werden.

Das Neue zieht über das Digitale ein. Die Professionalisierung erfordert zunehmend Regulierungen und Richtwerte. Auf lange Sicht birgt das Vorhaben einer NFDI ebenso Chancen. Nochmal der Vergleich mit Verkehrssystemen: Man wird den Fluß nicht selbst zu durchqueren haben, wenn man weiß, dass es eine Brücke gibt. Auch Schnellstraßen müssen kein Traum bleiben. Nur: Eine Autobahn baut niemand allein. 

Workshop am 09.09.2020, 10-12h

"Nach der Bewilligung ist vor der Gründung. Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur mit ihren Konsortien unterschiedlicher Datendomänen gilt es nun sorgfältig zu gestalten. Dabei gibt es viele Fragen und sie wollen konkret beantwortet werden." (NFDI4Culture) Durch Teilnahme am virtuellen Workshop am 09.09.2020, 10-12h, Anmeldung über coordination-office@nfdi4culture.de bis zum 04.09., kann man sich einschalten.
Interessierte folgen dem Twitter-Hashtag zum Workshop #4CultureExplained.

    



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news-10465 Fri, 26 Jun 2020 16:22:00 +0200 Forschungsdateninfrastruktur (national) für das kulturelle Erbe /beitrag/2020/06/26/forschungsdateninfrastruktur-national-fuer-das-kulturelle-erbe

Okay, es gibt Neuigkeiten. Vorhin wurden die Gewinner der ersten Förderrunde des forschungspolitischen und -praktischen Mammutprojekts einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) verkündet (Pressemitteilung PM 04/2020, Berlin/Bonn, 26.06.2020). Unter den neun zur Förderung ausgewählten Konsortien ist das Konsortium zu Forschungsdaten des kulturellen Erbes, "NFDI4Culture - Konsortium für Forschungsdaten zu materiellen und immateriellen Kulturgütern" (Internetseite NFDI4Culture). Das Fördervolumen für NFDI4Culture beträgt 18,5 Mio. Euro, der Förderzeitraum beläuft sich auf 5 Jahre. Als Trägerinstitution federführend ist die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz (ADW Mainz, Mitteilung v. 26.06.2020 des Sprechers Torsten Schrade). Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) aus Bund und Ländern verkündete heute die Förderbescheide. Eine Förderempfehlung lag der GWK auch von Seiten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vor, die für ihre Empfehlungen, in mehrstufigem, wissenschaftsgeleitetem Prozess erarbeitet, auch internationale Expertise hinzuzog.

Vorweg: Da bis 2028 für die Forschungslandschaft der Zukunft hier weichenstellende Dinge passieren werden, könnten Sie, um stets auf dem Laufenden zu bleiben (hier im Blog wird nicht jeder einzelne Schritt vorgestellt werden), sich einen Twitter-Account einrichten und dem ihre News auch via Twitter mitteilenden NFDI4Culture-Konsortium auf dem NFDI4Culture-Kanal folgen (@NFDI4Culture).

Die neun Konsortien

Was fällt auf? Neben sieben Fördereinheiten aus den Bereichen Biologie, Ökologie, Chemie, Medizin und den Ingenieurswissenschaften sind die Geistes- und Sozialwissenschaften mit zwei Konsortien vertreten (Abb. 1).

2 x Biologie
2 x Chemie
2 x Medizin
1 x Ingenieurwissenschaften
1 x Sozialwissenschaften
1 x Geisteswissenschaften

Der Stellengrad in der Relevanz digitaler Forschungsdaten für die Wissenschaft und einer übergreifenden, gemeinsamen Infrastruktur für die Forschungsdaten, neben der Förderantragsqualität, nicht die eigentliche gesamtwirtschaftliche Bedeutung bemessen auf das BIP, ein datengetriebener Stellengrad, so könnte man vielleicht sagen, bildet sich über die Auswahl der zu fördernden Bereiche ab: Die Geistes- und Sozialwissenschaften sind nämlich ordentlich vertreten, decken gemeinsam etwa 22,22% des Gesamtfördervolumens (76 Mio. Euro) aus Förderphase 1 (5 Jahre) ab.

Eine Menge kluger Köpfe zerbrach sich seit langem dieselbigen, in zahlreichen Zusammenkünften betreffend der Idee und Entwicklung einer Forschungsdateninfrastruktur auf nationaler Ebene und schließlich der Phase der Förderanträge. Konsens bestand darin, dass eine NFDI beträchtliche Chancen birgt. Diese mitzugestalten, war das Anliegen. Für die hier aufgeführten Förderbereiche ist dies für die Initialphase des NFDI-Projekts Wirklichkeit geworden.

Das NFDI4Culture-Konsortium

Schön illustrieren die im steten Wechsel sich einblendenden Bilder auf der NFDI4Culture-Homepage (Abb. 3), welche Bereiche im einzigen geisteswissenschaftlichen Konsortium der NFDI zusammengeführt werden: Architektur, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Theater-, Film- und Media-Studies.

NFDI Förderphase 1 - ohne Mathematik, Jura, Philosophie ... und ohne Lit.wiss. sowie keine der Philologien

Eine weitere Überraschung – neben den im Gesamt prozentual ordentlich vertretenen Geistes- und Sozialwissenschaften – lässt sich ausmachen, oder Sie haben es vielleicht schon bemerkt: Einige big player innerhalb der Geisteswissenschaften, und der Fakultäten Jura, Theologie, etc., werden von Förderung in der ersten Förderperiode nicht bedacht: die Literaturwissenschaft, z.B. Deren eigentliche Rolle, gerade in methodologischer Hinsicht, ist auf der deutschen geisteswissenschaftlichen Forschungsebene, traditionell einerseits und andererseits für die digitalen Geisteswissenschaften, nicht zu unterschätzen.

Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaft – nö. Gab es bei den Juristen weniger Initiative? Man versteht es nicht. Hat Jurisprudenz geringeren forschungsdatenbezogenen Stellenwert? Ganz zu schweigen von den immer etwas fies "Orchideenfächer" genannten Kleinstfächern, die nicht gefördert werden, von den neu zu schaffenden und bereits geschaffenen Strukturen auf lange Sicht jedoch hoffentlich ebenfalls profitieren werden. Zu hoffen ist, dass integriert wird, weniger ausgeschlossen. Und von Seiten der Nichtbeteiligten, dass mehr kooperiert wird, sei es durch Rat und Kritik, als sich entzogen.

Die digitale Kunstgeschichte im NFDI4Culture-Konsortium

Eine "digitale Kunstgeschichte", in weiten Teilen Arbeit mit Daten sowie Datenwissenschaft, profitiert von der Förderung innerhalb der NFDI, und dies schon und gerade in der Initialphase, natürlich immens. Nichts Geringeres als Ausarbeitungen gemeinsamer Normdaten, Metadatenstandards und Hinarbeit auf weitere Standardisierung im Bereich der Forschungsdaten stehen auf der Agenda. Aller Stolz gebührt dem Projekt "Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland (CbDD)" (CbDD-Homepage), über das hier im Blog noch berichtet werden wird.

Wir sehen im Planen einer Architektur für den weiteren Datenverkehr und Umgang mit Forschungsdaten die Möglichkeit, dass so Wege, ja ein Netz an Straßenverbindungen plus Verkehrsleitsystemen, entstehen, die befahren werden. Dass nicht wie bisher auch Trampelpfade, die grassroot-mäßig bottom up entstehen (versus der top down NFDI-Architektur), sich bilden und ungeheuer stark frequentiert werden, widerspricht dem nicht und ist zu wünschen. Der Aufbau der Architektur ist also nicht mehr oder weniger theoretisch als Planung und Bau von Verkehrsstraßen, an denen stetig noch gebaut wird, während sie längst befahren werden.

FAIR-Daten

Dem Prinzip sogenannter "FAIR"-Daten verpflichtet, können über die neue Forschungsdateninfrastruktur auch neue forscherische Wege beschritten werden, ja die Struktur, ihr Rahmen, sollte der Referenzpunkt der mit Daten arbeitenden Wissenschaften in Deutschland werden, auf lange Sicht. Das Prinzip der FAIR-Daten gewährt die Anschlussfähigkeit der Forschung, die Auffindbarkeit der Daten, die Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwertbarkeit der Daten ("findability, accessibility, interoperability, reusability").

National? Und nach 2028?

Schwierig, aber das ist ja nichts Neues, sind die Aspekte (1) der nationalen Ebene, und, wie immer, (2) die Begrenztheit der Förderdauer (Gesamtzeit: 2020-2028). (1) Denn, es versteht sich, man würde zu entwickelnde und erfolgreich eingeführte Standards gern zügig ins Internationale tragen oder international, länderübergreifend entwickeln. Gerade für Forschungsdaten, bei denen die "language barrier" keine Rolle spielt, die also nicht mit Schwierigkeiten durch sprachliche Übersetzungen zu hantieren haben (im Extrem das Unübersetzbare), ist das Internationale als Perspektive nicht nur reizvoll, sondern naheliegend und sinnvoll, der Natur des Digitalen ist es ohnehin inhärent. (2) Zudem macht ein Wissen um die Begrenztheit der Förderdauer aus den Bestrebungen eben "Projekte".

Man kann den geförderten Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur alles Gute und viel Erfolg wünschen, bei allem Visionären die erforderliche Umsicht, und gratulieren!
 

 

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news-10303 Sat, 06 Jun 2020 15:12:59 +0200 Kulturrettungsschirm 2020 /beitrag/2020/06/06/kulturrettungsschirm-2020

Das Bundesministerium für Kultur und Medien gab vorgestern den Start eines umfassenden Förderprogramms für Kultur und Kulturschaffende in der Höhe von 1 Milliarde € bekannt (Pressemitteilung vom 04.06.2020). Die Summe verteilt sich wie folgt: 250 Millionen € für die Aufrüstung der Kultureinrichtungen für ihre Wiedereröffnung, 450 Millionen € für die Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur und für Nothilfen, 150 Millionen € für die Förderung "alternativer, auch digitaler Angebote" und 100 Millionen € für pandemiebedingten Mehrbedarf von aus Bundesmitteln finanzierten Kulturinstitutionen.


Der Großteil des Konjunkturpakets ist vorgesehen für die Förderung - Erhalt und Stärkung - der Infrastruktur der Institutionen sowie für Nothilfen. Der Aufrüstung der Einrichtungen für ihr reopening wird ein Viertel der Gesamtfördersumme zugesprochen. Sehr interessant, und von Andreas Kilb in "Ein Geschenk, aber wofür?", in: F.A.Z. v. 5.6.2020, S. 11, zu Recht als das Zukunftsträchtige angesehen, ist die Förderung „alternativer, auch digitaler Angebote“. Hier findet sich das Experimentierfeld. Geld für Innovation. Hier erhält das Neue die Chance. Das Digitale hätte eigens als Möglichkeit alternativer Angebote der Kultureinrichtungen nicht subsumierend erwähnt werden brauchen. Der Hinweis auf das Digitale dient der Verdeutlichung, ist ein Wink. Ein Teil der neuen, verglichen mit den bisherigen, traditionellen Angeboten, alternativen Dienste und Leistungen wird sich genuin digital aufstellen.

Die „Weichen auf Zukunft“ zu stellen sei laut Staatsministerin Grütters die Intension des Hilfsprogramms. Es heißt „Neustart Kultur“. Neustart? Das kulturelle Leben sei seit der Zeit der kollektiven Quarantäne erlahmt oder, im Fall von Schließungen, zwangserloschen oder kaum noch am Laufen. Nun gelte: neuer Start, neue Taktung.

Nebenher ist freilich, alternativ, für einige Bereiche, wie die Musikszene, auf gewissen Wegen das kulturelle Leben weder vollständig eingeschlafen noch erloschen, sondern treibt, auch unter Corona-Bedingungen sich fortsetzend, neue Blüten.


Die virtuelle Konzerthalle und die virtuelle Museumsführung werden von Grütters im Pressetext schließlich, neben der online-Lesung mit Chat-Elementen, als Exempel für den Bau neuer Wege, Plätze und Orte für den Kreis des Publikums angeführt. Nur Mut!

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news-10103 Mon, 11 May 2020 18:39:55 +0200 3 Fragen an ... Hans Belting /beitrag/2020/05/11/3-fragen-an-hans-belting

1) Sie haben zur Anthropologie der Maske gearbeitet. Was wird das Masketragen und Maskensehen auf längere Zeit für Europäer bedeuten?

Nach meinem Begriff von Maske ist die jetzige Nase- und Mundbedeckung nicht aus der Geschichte der Gesichtsmaske abzuleiten. Vgl. mein Buch Faces, das in der englischen Übersetzung den Titel trägt: Face and Mask. A Double History.

2) Sie haben auch eine (Corona-Schutz-) Maske - wie sieht sie aus?

Ich habe mir sagen lassen, der FPP2 Typ sei angesichts meines Alters der für mich beste.

3) An welche Lehrveranstaltung (Seminar, Vorlesung, Tutorium, etc.) aus Ihrer Studienzeit erinnern Sie sich besonders gerne und warum (Mehrfachnennung möglich)?

Meine Studienzeit liegt so lange zurück, dass ich mich an gar keine Lehrveranstaltung mehr erinnere.







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news-9767 Wed, 06 May 2020 21:37:00 +0200 Halluzinierende Maschinen /beitrag/2020/05/06/halluzinierende-maschinen

Vor einiger Zeit stand ich mit drei Virtual Reality- / Artificial Intelligence-Mittelbauern um einen dieser Stehtische, die bei Konferenzen gerne im Foyer aufgebaut werden. Maschinen könnten Halluzinationen haben, sagte der eine. Das passiere dann, wenn sie einseitig "trainiert" worden seien. Sie identifizierten dann etwa Tumore in medizinischen Aufnahmen, wo keine sind.

Die Maschine bekommt Einbildungen. Ein-gebildet hat es ihr der Mensch. Der hier gemeinte "bias", die Voreingenommenheit/Schieflage/"Linksdrall" der Maschine, besagt, dass ein - je nach Forschungszusammenhang - unzureichend zusammengestelltes Datenset selbst nach intensiver Arbeit (Training, deep learning) wiederholt falsche Ergebnisse zeitigt. Diese werden auch nicht richtiger, wenn noch mehr trainiert wird.

Wer stets und immer wieder zu Matisse arbeitet, wird seine Expertise hingegen wohl entfalten und den falschen Matisse gerade identifizieren. Das Auge ist zunehmend geschult. Der Blick, er baut auf auf kunsthistorischem Wissen. Das Dazulernen geschieht in der permanenten Konfrontation mit dem Nicht-Matisse. Die Kenntnisse erweitern sich bis hin zu einem Verständnis vom frühen, späten, untypischen Matisse. Aber wer stets und immer wieder das Dürer-Monogramm vor Augen hat, wird er eines Tages, leichtfertig, das Monogramm vorschnell "abnicken", obwohl es gefälscht ist? Das ist, beim Kunsthistoriker wie bei der Maschine, eine Frage der Prägung.

Wenn die Maschine stets und einseitig mit Tumorbildern gespeist wird, kann es passieren, dass sie Tumore identifiziert, wo keine sind. Die Maschine halluziniert. Dysfunktional ist die wahnsinnige Maschine genau dann, wenn es ihr alleiniger Sinn sein soll, Tumore mit der Treffsicherheit des ausgefeiltesten Mediziners und noch darüber hinaus zu diagnostizieren.

Die Mittelbauer lachten. Einer blieb ernst.




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news-9827 Sun, 26 Apr 2020 15:47:00 +0200 Neue Taktung /beitrag/2020/04/26/neue-taktung

Jörg Träger hat einmal die Umorientierung des Menschen weg von der Religions- hin zur Staatsgemeinde durch die veränderte Gewohnheit beschrieben, die private Uhr nicht mehr nach der Kirchturmuhr, sondern nach der Bahnhofsuhr zu stellen.

Die Geschichte ist weiterzudenken. Die Bürger verabreden sich beim Dorfwirt. Alois kommt ständig zu spät. Er hat seine Uhr nach der Kirchturmuhr gestellt. Selbst Alois, der seine Uhr beharrlich nach der Kirchturmuhr stellte, wird seine Uhr nun auch an der Bahnhofsuhr ausrichten. Oder an den Uhren der Mitbürger, und vermittelt über diese an der Bahnhofsuhr.

Auch die beharrlichsten, nahe der Kirche lebenden, ihre Uhren schon immer an der Kirchturmuhr ausrichtenden, öfter auf die Kirchturmuhr als auf die private Uhr sehenden Bürger beginnen nach und nach, ihre Uhren an der Bahnhofsuhr auszurichten. Sie haben einfach zu oft den Zug in die Stadt verpasst.

Irgendwann wird der Küster der Kirche die Kirchturmuhr verstellen. Auf die Zeit, die an der Bahnhofsuhr abzulesen ist. Die Kirchturm- und die Bahnhofsuhr gehen nun wieder im gleichen Takt. Wer aber sich an wem auszurichten hatte, wissen die Beteiligten.

Zur Zeit orientiert sich viel am Digitalen. Was ist digital schon da, digitalisiert oder digitalisierbar. Welche Prozesse sind ins Digitale übersetzbar, flexibel anpassbar, welche entziehen sich. Elemente etwa der Lehrveranstaltungen werden behutsam übersetzt.

Kommunikation, Information und Aufklärung organisieren sich zuletzt vermehrt digital. Wissensdistribution erfolgt zunehmend digital. Diskussionen finden öfter digital statt, als früher. Für weitere Bereiche menschlicher Interaktion gilt dies ebenso. Eine neue Taktung zieht ein in das Betriebsleben vieler Institutionen: die Ausrichtung der Prozesse und Prozeduren am Digitalen.

Die Aufgabe der digital humanities kann hierbei sein: Wissen um die Schwierigkeiten und Chancen durch die digitale Transformation einzubringen, beratend und unterstützend zu agieren, und den langen Atem zu bewahren. Beizutragen, dass manch einer der nicht genuin digitalen Mechanismen, in Rückbesinnung auf das Analoge, seinen Ursprung nicht vergisst.




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news-9920 Tue, 21 Apr 2020 09:32:59 +0200 Stichwort Rekreation /beitrag/2020/04/21/stichwort-rekreation

Stichwort Rekreation: Finden Museen, Bibliotheken, Archive zur Rekreation in der Generalpause ihres einstmaligen Betriebslebens? Werden die Leute fortan hinter jeder Buchseite, jeder normalen (analogen) Eintrittskarte, jeder Türklinke die Viren fürchten?

Viele Kulturinstitutionen, -betriebe und -organisationen nutzen die Zeit der Quarantäne bereits zur Rekreation - strukturell und inhaltlich. Strukturell heißt, dass man sich "für das Digitale" "aufstellt" (insgeheim werden mehrere Phasen eines allgemeinen Lockdown erwartet, man wähnt sich in Phase 1). Inhaltlich heißt, dass man eigene "Angebote" nun verstärkt von der Idee eines digital an die Öffentlichkeit angeschlossenen, im privaten Heim sich aufhaltenden Interessenten/Nutzers aus konzipiert.

Das kleine Museum, die kleine Bibliothek, das kleine Spezialarchiv, wie verfahren sie nun? Die Giganten im Digitalen, welche Pläne schmieden sie generell und welche schmieden sie jetzt?

Was wird aus dem Komplex Schule/Bildung/Unterricht? In welche Richtung entwickeln sich die Unis?

Wirtschaftlich, aber auch kulturperspektivisch lautet die Frage: Wer bekommt welche Gelder für welche Rekreation?

Aus der Zeit vor Corona ist bereits die "alte" Zeit geworden. Aus dem früheren Betriebsleben der Institutionen ihr altes, ehemaliges, einstmaliges Leben. Es ist das "Leben von früher" geworden.



(Der Text ist, in leicht abgewandelter Form, den Schlußparagraphen von Generalpause entnommen.)


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news-9875 Sat, 11 Apr 2020 09:29:00 +0200 Conference Report: Art History in Quarantine /beitrag/2020/04/11/conference-report-art-history-in-quarantine

From Ecuador to Berlin, from the west coast of California to a small Swiss village, from Erlangen to New York City, scientists have joined forces for "Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures". They connected worldwide via video conferencing software. Some of the international speakers gave their lectures from their rooms in strict quarantine. More than 300 participants came together, spending 3,5 hours in scientific exchange.

Among the highlights were: Paul Jaskot (Duke University) delivers a critique of the visualization practices and scenarios of the corona crisis. Infographics and diagrams on the course of the pandemic are the subject of dispute in terms of critical visual studies. Jaskot analyzes current information visualization images of the corona crisis (fig. 2). He also draws international comparisons (fig. 3), showing the individual tendency of each piece of infoviz to emphasize certain parameters, like either emphasizing cure or disease. The power of the images is to emphasize. One could say: image science was there when it was needed. The talk gained resonance.


Keith Haring´s declaration "Together we can stop AIDS" ("Todos juntos podemos parar el sida", mural painting, Barcelona, 1989, today: Museu d´Art Contemporani de Barcelona), originally art in public space, generated, 31 years after its creation, another echo, now in virtual public space, technologically reconstructed by Justin Underhill (University of California, Berkeley; see fig. 6, sketchfab https://sketchfab.com/artdotrip). The red-figured demonstration (see fig. 5) of human determination, unity, helplessness and energy in the face of the deadly disease, metaphorically depicted by Haring as a mighty snake monster, accompanied the participants in their thoughts - in California into the day, in Berlin into the night.

The organisation was in the hands of the editors of the International Journal for Digital Art History, Harald Klinke, Liska Surkemper, and Justin Underhill. Some aspects of the discussions can also be viewed in retrospect via the Twitter hashtag #AHinQuarantine. Links to individual presentations and sets of slides were also shared online, such as the contribution by Peter Bell and Jacqueline Klusik-Eckert (both Friedrich-Alexander-University of Erlangen-Nuremberg) from the Working Group on Digital Art History
Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte on the subject "Building a Support Group for Digital Teaching".

The conference reached well over 300 people. It was anything but boring. It will not have been the last event of this kind. The people, united in the boat of the pandemic, spent 3,5 hours together in scientific exchange.

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news-9870 Fri, 10 Apr 2020 21:45:15 +0200 Tagungsbericht: Art History in Quarantine /beitrag/2020/04/10/tagungsbericht-art-history-in-quarantine

Von Ecuador bis Berlin, von der kalifornischen Westküste bis in ein kleines Schweizer Dorf, von Erlangen bis New York City haben sich WissenschaftlerInnen für "Art History in Quarantine: Digital Transformations, Digital Futures" durch Videokonferenz-Software verbunden. Die internationalen RednerInnen meldeten sich in ihren Räumen teils aus strenger Quarantine. Über 300 Interessierte kamen zusammen, verbrachten 3,5 Stunden im wissenschaftlichen Austausch.

Zu den Highlights gehörten: Paul Jaskot (Duke University) liefert eine Kritik der Visualisierungspraktiken und -szenarien der Coronakrisen-Bildermacher. Infographiken und -diagramme zum Seuchenverlauf stehen bildwissenschaftlich zum Disput. Jaskot analysiert das Material auch im internationalen Vergleich (Abb. 3), zielt auf den jeweiligen Aufweis des Tendenziösen im objektiv auftretenden Genre der Informationsvisualisierung. Man könnte sagen: Die Bildwissenschaft war zur Stelle, als man sie brauchte. Der Beitrag genoss längeren Widerhall.


Keith Harings Kampfansage "Together we can stop AIDS" ("Todos juntos podemos parar el sida", Wandmalerei, Barcelona, 1989, heute: Museu d´Art Contemporani de Barcelona), ursprünglich Kunst im öffentlichen Raum, erzeugte, 31 Jahre nach der Entstehung, wiederum Echo, nun im virtuellen öffentlichen Raum, technologisch rekonstruiert von Justin Underhill (University of California, Berkeley; siehe Abb. 6, Sketchfab: https://sketchfab.com/artdotrip). Die rotfigurige Demonstration (siehe Abb. 5) menschlicher Entschlossenheit, Einheit, Hilflosigkeit und Tatkraft im Angesicht der, von Haring metaphorisch als mächtiges Schlangenungeheuer dargestellten, von Mensch zu Mensch übertragbaren, todbringenden Krankheit, begleitete die Teilnehmer noch in Gedanken - in Kalifornien in den Tag, in Berlin in den Abend.

Die Organisation lag in den Händen der Herausgeber des International Journal for Digital Art History, Harald Klinke, Liska Surkemper und Justin Underhill. Einzelne Aspekte der Diskussionen sind auch im Nachhinein noch über den Twitter-Hashtag #AHinQuarantine einzusehen. Auch Links zu einzelnen Präsentationen und Foliensätzen wurden online geteilt, so zum Beitrag von Peter Bell und Jacqueline Klusik-Eckert (beide Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) vom Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte zum Thema "Building a Support Group for Digital Teaching".

Die Konferenz hat weit über 300 Interessierte erreicht und verlief kurzweilig. Es wird nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein. 3,5 Stunden verbrachten die Personen, vereint im Boot der Pandemie, in wissenschaftlichem Austausch.

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news-9855 Wed, 08 Apr 2020 16:26:39 +0200 Karfreitags-Kunstgeschichts-Konferenz /beitrag/2020/04/08/karfreitags-kunstgeschichts-konferenz

Die nächste virtuelle Konferenz steht vor der Tür. Wieder wurde viel online kommuniziert und distribuiert. Es gab einen Call for Papers für Beiträge zum Thema "Art History in Quarantine". Die vielversprechenden Sektionen lauten:

1) Distant teaching in art history
2) Closed culture: the museum at home
3) XR for culture
4) Artistic interventions

10.4.2020, Beginn: 17.30h CET, Dauer: ca. 3 1/2 Std.
Twitter-Hashtag: #AHinQuarantine

Der Tagungsort liegt im Virtuellen. Der Ort heißt zoom. Das ist ein wegen des Umgangs des Betriebs mit Restriktionen durch das nicht-US-amerikanische Datenschutzrecht sowie Störungen durch "zoom bombing" aktuell in die Diskussion geratenes kalifornisches Unternehmen für Videokonferenzen und online Live-Besprechungen.

Wer bei der Registrierung bei zoom das restriktivere Modell wählt, den Schutz der eigenen Daten betreffend, wird sozusagen damit bestraft, später während der Video-Session eingeschränkter interagieren zu können (Abb., "Gestattete Funktionalität"). Das Motto könnte lauten: Wie du mir, so ich dir. Wer bereitwillig bis hin zu Marketingcookies zustimmt, hat später das vollere Spektrum zur Disposition. Mehr Einblicke noch erhält der jeweilige "host" einer "session". Und so richtig viele Einblicke dann die Kalifornier selbst.



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news-9828 Sat, 04 Apr 2020 20:39:03 +0200 Generalpause /beitrag/2020/04/04/generalpause

Ende der Entfremdung: Der Staat gibt den Takt an: Generalpause. Eine Nation hält Mittagsschlaf, ohne festen Plan für den Abend. Es gilt kollektive Quarantäne. Staatliche Ermächtigungsgrundlage ist das Infektionsschutzgesetz - IfSG, § 30 IfSG: Quarantäne. Ein Drittel der Weltbevölkerung, so heißt es, ist in Zeiten der aktuellen Massenseuche Lungen"pest" durch amtlich angeordnete Sperrmaßnahmen derzeit nicht in der Lage, der bisherigen beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Man ist zuhause.

Die Poesie zieht wieder ein in die Gesten und Bewegungen der Menschen. Zwei Freunde reparieren gemeinsam einen Reifen, in ruhiger Konzentration, ohne Hektik, stresslos. Ein Mädchen liest. Einer hält eine Frucht, hält sie ein wenig länger, wiegt sie noch ein wenig in der Hand. Jemand hantiert mit etwas und stoppt, aber nicht, um die U-Bahn noch zu erwischen, sondern, um den Arm des Plattenspielers in eine andere Rille zu legen.

Man fährt mit den Augen ab einen Ast in der näheren Umgebung, den man seit 10 Jahren auf diese Weise hätte nachzeichnen können - man tat es nicht. Ein Paar spielt miteinander Schach. Man hat es längere Zeit nicht miteinander getan. Seit die Frau den Mann besiegte, 1994. Seelenruhe zieht ein. Man sortiert etwas, öffnet Schubladen, beginnt zu basteln. Man hängt ein Bild um. Hängt alle Bilder um. Jedes Lächeln ist echt.

Wer Verwandte/Freunde in der sogenannten Risikogruppe hat, fühlt Sehnsucht, Leid, Liebe. Man darf sie nicht besuchen/umarmen (gemäß § 28 IfSG). So schreibt man sich ein in den Kreis des Lebens, aus dem man stammt (Die Lebensalter, Abb. 1). Man ist z.B. (wieder) Enkelkind, Großvater, Sohn. Italien verliert eine ganze Generation. Der zweithäufigste Suchbegriff mit dem Anfangsbuchstaben "B" vor acht Tagen bei mir im Viertel war "Bestatter".

Die Kunst der Deutschrömer kommt in den Sinn: eigentlich Zivilisationsflüchtlinge, vermeintlich retrograd, super italophil, in ihren Werken herrscht wieder – kein blanker Realismus, kein Naturalismus vermochte sie auszumerzen – die "Idee" und die Poesie. Viel Ruhe, Stillstand. Es ist kein naives Ideal, sondern eine reflektierte Idealität, eine nach dem Prozess der Entfremdung in sich zurückgefundene, gesuchte und vermittelte. Zuvor war sie gebrochen, oder ist es noch. Das heißt, dass auch Melancholie und Ironie an der Stelle sind.

Das Ideal lässt sich versuchsweise auch formal fassen, definieren und artikulieren. Nun kommt die digitale Kunstgeschichte ins Spiel, um die es hier geht:

Mit den Topoi von Nichtstun, Pausieren und Müßiggang, der "Generalpause" also, ideengeschichtlich assoziiert ist die Vorstellung eines Goldenen Zeitalters spätestens seit der Frühromantik. [1] In zahlreichen Versuchen ins Bild gefasst hat Hans von Mareés die Idee des Goldenen Zeitalters.

Für eine der Rötelskizzen (Abb. 3) lässt sich durch Farbmessung im Rotspektralen eine nahezu ideale binnen-geographische 3-er-Rhythmik definieren (Abb. 4; semantisch: Kopf des Jünglings am Baum und Zone um diesen Kopf – Köpfe des Greises und Kindes und Zone um diese Köpfe – Kniekehle des Greises): Stellen, an denen Rötel kumuliert, die vergleichsweise stärkeres Rot im Bild aufweisen und im digitalen Messverfahren höhere Rotfrequenzen erzielen.

Das heißt, der Künstler, das Ideal suchend und skizzierend, erwirkt in eigenartigem 3er-Takt an drei Stellen des Blattes Rotkumulation. Max Imdahl schrieb von der "Spur einer Gebärde" im Zeichnerischen, vom "Sichtbarkeitswert von hoher Sensibilität" des Gezeichneten, der Zeichnung als "direkte Spur einer Handbewegung", und mit dem von Schopenhauer beeinflußten Einfühlungstheoretiker Theodor Lipps, "daß eine Linie ihren Charakter der Hand verdankt, die sie gezogen hat." (1988) [2] Die Linie des Zeichners als Spur seiner Gebärde. Hier hat Imdahl vermutlich (auch) über sich selbst geschrieben. Es war sein letzter Text. Die Linien und Zeilen, das Hinterlassene = Spuren der lebendigen Gebärden für die die Linien Nachfahrenden, die Nachfahren.

Die Maschine nimmt, neben dem Farbwert, im "Sichtbarkeitswert" somit auch den Zeitwert und Kraftwert der Linien numerisch auf. Das Rötere, mit mehr Hämatit/Rötel/Rot, stammt aus zeitlich längerem Hantieren, unter dem Einsatz von mehr δύναμις (Aristoteles).

Es zeigte sich, dass eine Rhythmik intensiveren Rots besteht. Das heißt, der Künstler verwendet rhythmisch an drei Bildstellen mehr Rötel, die Hand führt intensiver, mehr Kraft, mehr Zeit wird an diesen Stellen aufgebracht, es entstehen andere Werte durch RedcolorTool-Messung als bei Stellen weniger intensiver Zeichnung. Es gibt mehr Rötel, mehr Rot, höhere Rotfrequenzen. Ein Dreiklang im Simultanen, wie ein Akkord der Musik. (Die 3er-Symbolik wird in der finalen Version des symbolistischen Werks auf unterschiedliche Weise thematisch und formal beibehalten werden.)

Die Maschine diversifiziert an Stellen, bei denen der Blick nicht mehr unterscheidet. Dem Begriff nach sind alle Bildstellen der Rötelzeichnung "gleich rot".

Im Monochromen nach Farbunterschieden zu suchen, wäre für den traditionell verfahrenden Kunsthistoriker methodisch Nonsense. Der Rötel wird einmal identifiziert, fertig. Das "Feld" in der imaginären relationalen Datenbank wird abgehakt.

Die Numerik der Mathematik und Informatik hilft an dieser Stelle, Farbwerte werden im digitalen Bild zu Zahlwerten. Die Quantifizierung gestattet den Vergleich einzelner Pixel. Unterschiedliche Messverfahren lassen sich vornehmen, die Ergebnisse der Messungen für die bestehenden Digitalisate, die digitalisierten Versionen der originalen Bilder, vergleichen. Im Komparativen leistet die Maschine die Ergänzung des Augensinns. Über ein Kunstwerk lässt sich nun mehr aussagen.


 




Ein weiteres Beispiel:

Das Bild "Paolo und Francesca" (Abb. 5) von Anselm Feuerbach evoziert den Moment, in dem das Paar aufhört zu lesen, und im Übergang soeben zum Nächsten sich befindet / Lesepause.

Dante Alighieri schreibt zur Geschichte von Paolo und Francesca in der "Göttlichen Komödie" (29-30):

    "Wir lasen eines Tages zum Vergnügen
    Von Lanzelot, wie Liebe ihn umstrickte,
    Allein und unbeargwohnt waren wir.
    Oft hieß des Buches Inhalt uns einander
    Scheu ansehn und verfärbte unsre Wangen;
    Doch nur e i n Punkt war´s, welcher uns bewältigt.
    Denn als wir, wie das langersehnte Lächeln
    Von solchem Liebenden geküßt ward, lasen,
    Da küßte, dem vereint ich ewig bleibe,
    Am ganzen Leibe zitternd, mir den Mund.
    Zum Kuppler ward das Buch und der´s geschrieben.
    An jenem Tage lasen wir nicht weiter. -- " [3]

Das Bild evoziert z.B. jene Pause: "An jenem Tage lasen wir nicht weiter. -- " [Z. 12]


"Doch nur e i n Punkt war´s, welcher uns bewältigt." [Z. 6]: Der Punkt ist die Pause der Schrift.





Phallisch aufgefasst hat Gemälde von Feuerbach zuletzt Daniel Kupper 2005. [4] Hier beschrieb er ein Porträt von Nanna, Feuerbachs bevorzugt in Italien abgebildetem Modell, und das einzige Attribut, Nannas Fächer (zum Gemälde), die phallische Lesart bezieht sich auf die einzelnen Glieder ihres vielgliedrigen Fächers. [3]

Im Rotspektralen erscheint das Bein des Mannes in "Paolo und Francesca" (Abb. 5), das im Sitzmotiv erotisch konnotiert ist (vgl. z.B. die Darstellung bei Jörg Träger, Goya. Die Kunst der Freiheit, München 2000, zur Historie der sexuellen Symbolik des Beinkreuzens im Genre Paarbildnis), als überdimensionaler Phallus (Abb. 6). Zusätzliche sexuelle Symbolik findet sich im Halten des Fingers zwischen die Seiten des Buchs.

Der Blick und der begrifflich identifizierende Zugriff auf das symbolistische Bild identifizierten die Farbe Rot für Paolos Hut. Durch die Situierung von Rot nahezu auf der Mittelachse der Leinwand erhält die Komposition Stabilität. Paolos Bein aber wäre bei der Beschreibung des Motivs durch Farbbegriffe (Farbnamen) nicht sogleich durch seine Rotwerte aufgefallen. Das Bein ist allenfalls etwas rötlich, "rot" aber, dem Farbbegriff nach, ist Paolos Barett.

Ein digitales Instrument zur Farbmessung in Bildern erfasst die Farben der einen Möglichkeit nach im metrischen Skalenniveau, ohne Nominalskala (zur Technologie des hier verwendeten Messverfahrens siehe Rot rechnen, Abschnitt "Technologie des Redcolor-Tools"). Die Farbbegriffe, mit denen wir als Kunsthistoriker*innen sprachlich verfahren, liegen "nur" dem Wort/Namen nach diskret, Farben der Sache nach jedoch kontinuiertlich vor. Hierin liegt die Herausforderung für jegliche maschinelle Annäherung an den Farbkosmos, welche die sprachlichen Farbbegriffe nicht ausklammert. Die Lösung des RedcolorTools verwendet die Zahl als Instrument, setzt für den Farbwert (jeweilige Entfernung von maximal wahrnehmbarem Rot) als Substitut die Zahl.

In der auch das Farbige berücksichtigenden Betrachtung des symbolistischen Bildes des Deutschrömers Feuerbach gäbe es somit ein rotes Barett, betonend das Denken, die ratio, subversiver, im Errötungsprozesse, ganz rechts im Bild, also dem Zukünftigen zugeordnet, ertönte als das Irrationale der Trieb. Paolo also hätte die geliebte Francesca nicht nur durch seine Körperhaltung, sondern auch durch Rot-(Energie-) Werte farblich umfangen.



Die Kunst der Deutschrömer evoziert das Ideal eher, als dass sie es offenkundig aufzeigte. Beinahe müsste man sage "ein Ideal" statt "das Ideal", denn Eindeutigkeit ist ersetzt worden durch eine Vielfalt an Verweisfiguren. In seiner jeweiligen, subjektiven Versenkung ist dem Betrachter für die Weile dieser Vertiefung eine Welt der Poesie, Ironie, des Humors und des Schönen in der Spätromantik eröffnet.

Das Gefühl, dass etwas vorbei ist (und Momente der Erinnerung, wie in "Ricordo di Tivoli", Abb. 7), zum Beispiel, kennt nicht nur unsere Zeit. In der Münchener Sammlung Schack (vielleicht wird es Ihr Münchener Lieblingsmuseum) beispielsweise können Sie selber vor den Originalen in ästhetischer Kontemplation Stimmungen aufnehmen, die auch sicherlich etwas haben von einer "Pause". - Und solange die Sammlungen geschlossen sind (auch die Berliner Nationalgalerie und viele weitere Museen haben die Deutschrömer Mareés, Feuerbach und Böcklin in ihrem Bestand), werte/r Leser/-in, werden Sie den Weg über die Internetseiten finden.

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Stichwort Rekreation: Finden Museen, Bibliotheken, Archive zur Rekreation in der Generalpause ihres einstmaligen Betriebslebens? Werden die Leute fortan hinter jeder Buchseite, jeder normalen (analogen) Eintrittskarte, jeder Türklinke die Viren fürchten?

Viele Kulturinstitutionen, -betriebe und -organisationen nutzen die Zeit der Quarantäne bereits zur Rekreation - strukturell und inhaltlich. Strukturell heißt, dass man sich "für das Digitale" "aufstellt" (insgeheim werden mehrere Phasen eines allgemeinen Lockdown erwartet, man wähnt sich in Phase 1). Inhaltlich heißt, dass man eigene "Angebote" nun verstärkt von der Idee eines digital an die Öffentlichkeit angeschlossenen, im privaten Heim sich aufhaltenden Interessenten/Nutzers aus konzipiert.

Die kleinen Buchhandlungen, der kleine Einzelhändler, was machen sie? Die Giganten im Digitalen, welche Pläne verfolgen sie generell und welche schmieden sie jetzt?

Welches Publikum erreichen Kulturveranstalter auf welche Weise im Digitalen?

Was wird aus dem Komplex Schule, Bildung, Unterricht? In welche Richtung entwickeln sich die Unis?

Aus der Zeit vor Corona ist bereits die "alte" Zeit geworden. Aus dem früheren Betriebsleben der Institutionen ist ihr altes, ehemaliges, einstmaliges Leben geworden. Es ist das "Leben von früher" geworden.


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Die Generalpause. Sie ist die allgemeine Stille des gesamten Orchesters. Nach ihr hebt ein neuer Ton an. Es ist der Mittagsschlaf der Nation 2020, die noch keine Pläne für den Abend hat. Ein wirtschaftlicher Stillstand, vom Staat eingeleitet, nachdem die Wissenschaft zu Wort kam. Die Generalpause dient dem Schutze der Menschheit. Irgendwann, nach dieser Zeit, finden die Menschen, durch jene Zeit, zur neuen Taktung.





[1] Friedrich Schlegel: Lucinde. Ein Roman, hg. von Karl Polheim, Stuttgart 1964 [1799], S. 31-32:
" "Sieh ich lernte von selbst, und ein Gott hat mancherlei Weisen mir in die Seele gepflanzt." So darf ich kühnlich sagen, wenn nicht von der fröhlichen Wissenschaft der Poesie die Rede ist, sondern von der gottähnlichen Kunst der Faulheit. [...] "O Müßiggang, Müßiggang! du bist die Lebensluft der Unschuld und der Begeisterung; dich atmen die Seligen, und selig ist wer dich hat und hegt, du heiliges Kleinod! einziges Fragment von Gottähnlichkeit, das uns noch aus dem Paradiese blieb." "

[2] Max Imdahl: Zu einer Zeichnung von Norbert Kricke (1988), in: Max Imdahl. Gesammelte Schriften, Bd. 1, Zur Kunst der Moderne, hg. von Angeli Janhsen-Vukicevic, S. 539-546, hier S. 543.

[3] Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie, 29-30:
"Wir lasen eines Tages zum Vergnügen
Von Lanzelot, wie Liebe ihn umstrickte,
Allein und unbeargwohnt waren wir.
Oft hieß des Buches Inhalt uns einander
Scheu ansehn und verfärbte unsre Wangen [röter, WP];
Doch nur e i n Punkt war´s, welcher uns bewältigt.
Denn als wir, wie das langersehnte Lächeln
Von solchem Liebenden geküßt ward, lasen,
Da küßte, dem vereint ich ewig bleibe,
Am ganzen Leibe zitternd, mir den Mund.
Zum Kuppler ward das Buch und der´s geschrieben.
An jenem Tage lasen wir nicht weiter. -- "

[4] Daniel Kupper: Anselm Feuerbach "Nanna mit Fächer". Zur Entstehung eines Erotikons, in: Jahrbuch der staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, Berlin 2005, S. 117-138.

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news-9766 Sat, 04 Apr 2020 08:35:00 +0200 Voll neu III /beitrag/2020/04/04/voll-neu-iii

Die Jahrestagung 2020 der Renaissance Society of America (RSA) in Philadelphia (2.-4.4.2020) wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Gemeinsam mit der Verantwortlichen für Digital Humanities der RSA Angela Dressen organisierte die Forschungseinheit "New Technologies and Renaissance Studies" (NTRS) eine virtuelle Konferenz am 2.4.2020, die NTRS-DH@RSA Virtual Conference.

"With the recent news of the cancellation of the Renaissance Society of America´s (RSA) annual meeting, the New Technologies and Renaissance Studies (NTRS) in collaboration with the RSA Discipline Representative for Digital Humanities are moving some of their presentations to a virtual setting.

The virtual conference consists of recorded presentations and a Twitter discussion.

By registering for this event, you will gain access to the recorded presentations of the presenters and receive information about the Twitter discussion that will be held on April 2. You are welcome to participate in the Twitter discussion."

Ein aktualisierter, modifizierter Call for Papers (mit Papier hat das längst nichts mehr zu tun) für das Experiment der virtuellen Konferenz der (NTRS-DH@) RSA-Jahrestagung fand nicht statt. Den Vortragenden der (ausgefallenen) "Ur-Konferenz" wurde freigestellt, Materialien für das neue (unbekannte www-) Publikum online verfügbar zu machen: von einer Video-Aufzeichnung des für die Konferenz vorgesehenen Vortrags bis hin zu Links für weiteres Infomaterial, Quellen (in den Screenshots die "Supporting Documents"-Links).

Kommuniziert und distribuiert wurde die neue, virtuelle Form der Tagung vor allem über Twitter. So habe auch ich Bescheid bekommen. Einen Teil der Organisation der Konferenz im Virtuellen übernahm die kanadische Firma Eventbrite. Hier war die Registrierung zur Tagung möglich. Zugangsdaten, Konferenzticket und -programm, dazu das Programm für die über Twitter stattfindende Diskussion der Vorträge, wurden online, digital per E-Mail zugestellt. Personenbezogene Daten werden von Evenbrite abgegriffen (Abb.). Eine Alternative, will man an der Konferenz teilnehmen, und das Programm der angekündigten Twitter-Diskussion einsehen, war nicht in Sicht.

Nun bin ich, da ich Teil der Iter (Gateway to the Middle Ages & Renaissance)-Community ungefragt auch noch geworden bin, in der Situation, die online gestellten Videos in aller Ruhe anzusehen. Von woaus ich will. Nur eines Computers und Internetzugangs bedarf es und meiner Zugangsdaten, die mit Kolleg*innen hätten geteilt werden können (nicht dürfen). Die Konferenz ließe sich zu beliebiger Uhrzeit wie ein Kolleg in einem Seminarraum abhalten - der Form nach eine Art Konferenzkino.



Begrüßung und Einführung (2x - Ray Siemens und Randa El Khatib) & Vortrag zu Twitter für Anfänger



Sektion 1: Digital explorations of space, place, and agency



Sektion II: Correspondence and disciplinary shifts across time



Sektion III: Digital approaches to studying early modern books and manuscripts



Sektion IV: Experiencing the past through visual models and virtual reality



Zu den Punkten 1)-3) (vgl.):

1) Wer kassiert die Daten?
Im Fall der virtuellen RSA-Konferenz 2020 schöpfen ab: Eventbrite, Twitter.
Wer die Videos aufzeichnet/mitschneidet, schöpft ebenso ab.
Wer Screenshots der Videos anfertigt, schöpft ab. Das habe ich getan.

2) Wer kann mitmachen?
Ohne Registration bei Eventbrite und ohne Registration bei Twitter sind weder das Ansehen der Vorträge, noch die Teilnahme an der Diskussion mit den Vortragenden und Fachkolleg*innen möglich. Jeder, der bei Eventbrite und Twitter registriert ist, kann mitmachen.

3) Was heißt das für die (kunsthistorische) Forschung?
In gewisser Weise gestaltet sich die virtuelle Konferenz inklusiver für Interessierte: Wer, da Räume nicht barrierefrei zugänglich sind, bei einer regulären Konferenz nicht hätte teilnehmen können, wer das Geld für die Fahrt nicht aufbringen kann, ist von diesen Hürden befreit.

Die Möglichkeiten zur Dokumentation, die sich bei regulären Konferenzen bieten (Foto-, Film-, Audioaufnahmen), sind gegeben und erweitert: Zurückspulen, Vorspulen, Pausieren, Lautstärke-, Helligkeitsregulierung, der Komfort der Video-/Audio-Technik kommt hinzu. Man wird in einigen Bereichen sozusagen Master, kann die Rede des Vortragenden für einen Moment stoppen (Pause), einzelne Stellen mehrmals hören (Wiederholen), vorzeitig abbrechen (Ende).

Die Diskussion klappt flüssig, jeder kommt zu Wort und tippt Bemerkungen und Fragen in der Form eines Tweets. Völligen Quatsch kann man auch schon mal wieder löschen. (Im Analogen undenkbar.) (Hat jmd. einen Screenshot des Tweets angefertigt, ist das Löschen schwieriger, man zieht seine Lehre.)

Folgeforschung, Nacharbeit, Vernetzung und weiterer Austausch sind möglich, verlaufen in anderen, anders bereiteten Bahnen, als gewohnt.


Nicht transportiert sich durch das virtuelle Setting der Konferenz das drollige Nägelknabbern des Nachwuchswissenschaftlers, kurz vor dem ersten eigenen Auftritt, die Penetranz eines Parfüms, der Dünkel des internationalen Keynote-Speakers, nur zum eigenen Vortrag einzutreffen, sich die Vorträge der Kolleg*innen zu sparen (ein bißchen wie früher bei "Wetten daß?", als manche internationale Stars schnell wieder weg mussten). Aber vielleicht waren das auch immer schon Ablenkungen vom Wesentlichen.

Situationskomik haben wir auch jetzt. Auch brandender Applaus transportiert sich digital. Allgemeines Mißfallen wohl weniger, drückt sich eher durch Ignorieren aus. Jeder mag selbst beurteilen, was und wie er auf virtuellen Konferenzen lernt und lehrt, ob und auf welche Weise das Neue einzieht. Verdienen diese virtuellen Settings die Bezeichnung "Konferenz" überhaupt? Vielleicht gibt es dazu Antworten auf dem nächsten Kunsthistorikertag 2021 #kht2021, - er widmet sich Formfragen.




Der Text ist Teil der Reihe "Voll neu"

Voll neu I
Voll neu II
Voll neu III






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