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Touch Van Gogh

Wer sich für die digitale Kunstgeschichte interessiert, kommt nicht daran vorbei, seinen Blick auf das zu richten, was in unserem kleinen Nachbarland Holland so alles produziert wird. Über das revolutionäre Konzept des Rijksmuseums ist hier schon berichtet worden, oder über die großartige Briefausgabe van Gogh. (warum da das Bild verschwunden ist, weiß ich auch nicht) Letzterer ist auch Thema einer fabelhaften (und kostenlosen) App, die 2013/14 begleitend zu der ebenso fabelhaften Ausstellung „Van Gogh at Work“ im Amsterdamer van Gogh-Museum produziert wurde. Was hier an Intelligenz in den Spannungsaufbau und die medienadäquate Gestaltung investiert wurde, ist wirklich großartig. Dafür nur ein Beispiel: „Blick aus Theo’s Wohnung“ von 1887 kann man auf dem Bildschirm „aufrubbeln“ und entdeckt darunter ein früheres Gemäldeprojekt, nämlich ein Porträt. Dies aber erst, nachdem man auf die Frage „What is it“ geklickt hat, was die App dazu bringt, das Bild um 180 Grad zu drehen.

Ähnliche. teilweise weniger spektakuläre Dramaturgien sind für ein knappes Dutzend von van Goghs Bildern entwickelt worden. Eingeflossen sind umfangreiche Forschungen, die sich unter der spielerischen Anwendung aber kaum aufdrängen. Der geniale Titel „Touch van Gogh“ bedient die ganze metaphorische Spannweite. Das Malen selber, die „malerische“ Verwendung auf dem Tablet-Computer, und die mit van Gogh immer wieder verbundene Emotionalität seiner Wirkung. Zur Nachahmung empfohlen und auch mit einer Reihe von Preisen veredelt! Allerdings in der Entwicklung bestimmt nicht billig und die App stürzt auch gerne einmal ab.

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